Ein Gespräch unter Kollegen, die Beantwortung telefonischer Anfragen oder die Besprechung einer anderen Arbeitsgruppe im selben Büroraum, dies alles kann zu Lärmbelastungen der Beschäftigten in Ihrem Unternehmen führen. Hinzu kommen Geräusche, z. B. durch Drucker, Klimatechnik sowie Straßen- und Verkehrslärm. Eine gute Raumakustik reduziert diese Störungen.

Rechtliche Grundlagen
Weitere Informationen
  • DGUV Information 215-410 "Bildschirm- und Büroarbeitsplätze – Leitfaden für die Gestaltung" (bisher BGI 650)
  • DGUV Information 215-443 "Akustik im Büro – Hilfe für die Akustische Gestaltung von Büros" (bisher BGI 5141)
  • DIN 45645 "Ermittlung von Beurteilungspegeln aus Messungen", Teil 2 "Ermittlung des Beurteilungspegels am Arbeitsplatz bei Tätigkeiten unterhalb des Pegelbereiches der Gehörgefährdung", Ausgabedatum: 2012-09
  • DIN 18041 "Hörsamkeit in Räumen – Anforderungen, Empfehlungen und Hinweise für die Planung", Ausgabedatum: 2016-03
Gefährdungen

Für Ihre Beschäftigten bestehen die folgenden Gefährdungen:

  • physiologische Reaktionen (z. B. erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen, Anstieg des Blutdrucks und der Herzschlagfrequenz),
  • psychische Reaktionen (z. B. Ärger, Konzentrationsbeeinträchtigung),
  • dauerhafte Schädigung des Gehörs durch hohe Lärmbelastung beim Telefonieren insbesondere beim Einsatz von Headsets

Achten Sie darauf, dass auch in den anderen Räumen in Abhängigkeit von den ausgeübten Tätigkeiten der Beurteilungspegel so gering wie möglich gehalten wird. Dabei sollten die Werte in Tabelle 5 nicht überschritten werden.

Maßnahmen

Arbeitsmittel

  • Achten Sie bereits bei der Anschaffung von Arbeitsmitteln auf geräuscharme Geräte (z. B. Aktenvernichter, Staubsauger, Kaffeevollautomat).
  • Vermeiden Sie Störgeräusche, z. B. von Drucker, Kopierer, Aktenvernichter oder Fax, indem Sie diese Geräte in eigenen Technikräumen aufstellen.
  • Beschaffen Sie Headsets mit Pegelbegrenzung, damit ein Tages-Lärmexpositionspegel von 80 dB (A) nicht überschritten wird.

Headsets sollten über eine Pegelbegrenzung verfügen, sodass die übertragenen Signale auf ein unschädliches Maß begrenzt werden (Spitzenpegel 118 dB(A)). Ihre Beschäftigten sollten die Lautstärke durch eine Regelmöglichkeit den individuellen Bedürfnissen und der jeweiligen Situation (z. B. schlechte Verbindung, laut sprechende Person) anpassen können.

Tabelle 5 Beurteilungspegel für verschiedene Tätigkeiten

Beurteilungspegel Merkmale der Tätigkeit z. B. Beispiele
≤ 55 dB(A)
  • Hohe Konzentration
  • Schöpferisches Denken
  • Entscheidungsfindung
  • Problemlösung
  • Hohe Sprachverständlichkeit
  • Wissenschaftliches und kreatives Arbeiten
  • Entwickeln von Software
  • Entwerfen, Übersetzen, Diktieren
  • Aufnehmen und Korrigieren von schwierigen Texten
  • Tätigkeiten im Call Center
55 – 70 dB(A)
  • Mittlere Konzentration
  • Ähnliche wiederkehrende Aufgabe bzw. Arbeitsinhalte
  • Leicht zu bearbeitende Aufgaben
  • Für Kommunikationszwecke erforderliche Sprachverständlichkeit
  • Tätigkeiten mit Publikumsverkehr
  • Arbeiten im Archiv, Lager- oder Technikraum
70 – 80 dB(A)
  • Geringe Konzentration
  • Hoher Routineanteil
  • Geringere Anforderung an die Sprachverständlichkeit
  • Reinigungsarbeiten mit Staubsauger oder Hochdruckreiniger,
  • Hausmeistertätigkeit

Beeinflussung der Raumakustik

Lombardeffekt

Ein hoher Hintergrundgeräuschpegel führt dazu, dass Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer lauter sprechen und dadurch der Lärmpegel im Raum weiter zunimmt (Lombardeffekt). Der Effekt funktioniert auch in umgekehrter Richtung: Werden Hintergrundgeräusche durch raumakustische Maßnahmen reduziert, sprechen auch Ihre Beschäftigten leiser und die Lärmbelastung nimmt weiter ab.

Achten Sie darauf, dass sich Ihre Beschäftigten nicht durch Telefonate und Gespräche gegenseitig stören. Sorgen Sie dafür, dass an Arbeitsplätzen mit überwiegend geistigen Tätigkeiten ein Beurteilungspegel von 55 dB(A) und die Nachhallzeit (0,6 Sekunden in Gruppen- und Großraumbüros sowie 0,8 Sekunden in Ein- und Zweipersonenbüros) nicht überschritten wird, indem Sie

  • große schallreflektierende Flächen (Decke, Wände, Boden) mit gutem schallabsorbierenden Material ausstatten,
  • schallharte Oberflächen (z. B. Beton, Fliesen, Naturstein, Glas) vermeiden,
  • an Fensterfronten geeignete Materialien (z. B. Vertikal-Lamellenstores) anbringen (Abbildung 5),
  • Möbelfronten schallabsorbierend gestalten (Abbildung 5),
  • Schallschirme zur Schallabsorption und zur Abschirmung des Direktschalls einsetzen,
  • ausreichende Abstände zwischen Arbeitsplätzen und Kommunikationsbereichen vorsehen,
  • Materialien einsetzen, die im Bereich von Sprache (250 Hz bis 2000 Hz) über hohe Absorptionsgrade verfügen.

Je höher und breiter die Schallschirme sind, desto besser schirmen sie den Schall ab. Besonders wirksam sind Schirme mit massivem Kern un...

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