Im Bürobereich finden zwei Bildschirmanzeigetechniken Verwendung, nämlich Kathodenstrahlröhrenanzeigen (CRT) und Flüssigkristallanzeigen (LCD). Dabei spielen CRT-Bildschirme eine immer geringere Rolle, bei Neuanschaffungen werden fast ausschließlich LCD-Bildschirme gewählt.

Im Gegensatz zu CRT-Bildschirmen, deren optische Eigenschaften von der Sehrichtung weitgehend unabhängig sind, ändern sich bei LCD-Bildschirmen abhängig von der Sehrichtung Leuchtdichte (Helligkeit der Anzeige), Kontrast und Farbe. Die Ausprägung dieser Abhängigkeit hängt davon ab, welcher LCD-Typ eingesetzt wird (Tabelle 2).

Um die Abhängigkeit der optischen Eigenschaften von LCD-Bildschirmen zu differenzieren, nimmt die Norm DIN EN ISO 9241-307 eine Einteilung in vier Sehrichtungsbereiche vor (Tabelle 3, Abbildung 8).

Tabelle 2:

LCD-Typen im Vergleich

TN IPS/SIPS MVA/PVA
Kontrast mittel bis hoch mittel bis hoch mittel bis sehr hoch
Winkelabhängigkeit mittel bis groß gering gering
Schaltzeiten kurz mittel kurz
Leistungsaufnahme gering hoch hoch

TN = Twisted Nematic

IPS = In-Plane-Switching

SIPS = Super In-Plane-Switching

MVA = Multi Domain Vertical Alignment

PVA = Pattern Vertical Alignment

Tabelle 3:

Sehrichtungsbereiche nach DIN EN ISO 9241-307

Beschreibung Alte Klasse nach DIN EN ISO 13406
Bildschirm für Betrachtung durch mehrere Nutzer oder für Mehrbildschirmlösungen

Erlaubt einer Vielzahl von Benutzern oder einem einzelnen Nutzer mehrerer Bildschirme, die gesamte Bildschirmfläche beim vorgesehenen Sehabstand aus allen Richtungen zu betrachten.

Bietet Gleichmäßigkeit über die gesamte Bildschirmfläche, Kopfbewegungen sind möglich.

Nicht geeignet für Aufgaben, die einen engen Sehkegel erfordern - zum Beispiel Schutz von vertraulichen Daten.
I
Bildschirm für große Betrachtungswinkel oder für Mehrbildschirmlösungen

Erlaubt einem einzelnen Benutzer, die gesamte Bildschirmfläche beim vorgesehenen Sehabstand aus allen Richtungen vor dem Bildschirm ohne Abnahme der visuellen Leistung zu betrachten.

Bietet Gleichmäßigkeit über die gesamte Bildschirmfläche, Kopfbewegungen sind möglich.

Nicht geeignet für Aufgaben, die einen engen Sehkegel erfordern - zum Beispiel Schutz von vertraulichen Daten.
II
Bildschirm für kleine Betrachtungswinkel

Erlaubt einem einzelnen Benutzer, die gesamte Bildschirmfläche beim vorgesehenen Sehabstand von einer fixierten Position (das heißt vorgesehener Sehabstand, vorgesehene Sehrichtung vor der Mitte des Bildschirms) ohne Abnahme der visuellen Leistung zu betrachten.

Bietet Gleichmäßigkeit über die gesamte Bildschirmfläche, Kopfbewegungen sind nicht möglich.

Geeignet für Aufgaben, die einen engen Sehkegel erfordern - zum Beispiel Schutz von vertraulichen Daten.
III
Bildschirm für eingeschränkte Betrachtungswinkel

Erlaubt einem einzelnen Benutzer, die Mitte der Bildschirmfläche beim vorgesehenen Sehabstand von einer fixierten Position (das heißt vorgesehener Sehabstand, vorgesehene Sehrichtung vor der Mitte des Bildschirms) ohne Abnahme der visuellen Leistung zu betrachten.

Erfordert Kippen und Drehen des Bildschirms, um eine gleichmäßige Erscheinung der Bilddarstellung zu erreichen, Kopfbewegungen sind nicht möglich.

Sehr gut geeignet für Aufgaben, die einen engen Sehkegel erfordern - zum Beispiel Schutz von vertraulichen Daten, Geldautomat.
IV
Für manche Aufgaben ist ein enger Sehrichtungsbereich erwünscht. So kann es unerwünscht sein, dass die Mitreisenden in öffentlichen Transport-Systemen die auf dem Bildschirm dargestellte Information sehen können. Die Auswahl der Sehrichtungsbereiche ist in vielen Fällen ein Kompromiss zwischen den ergonomischen Anforderungen und der Arbeitsaufgabe.

Abb. 8

Sehrichtungsbereiche aus Tabelle 3

TIPP: Vor- und Nachteile von LCD-Bildschirmen

Zu den Vorteilen zählen:

  • Geringer Platzbedarf durch die kleinen Gerätebautiefen
  • Große Helligkeit (Leuchtdichten von 250 cd/m² und mehr gegenüber 80 cd/m² bis 140 cd/m² bei CRT-Bildschirmen)
  • Keine Geometrie- und Konvergenzfehler, wie bei CRT-Bildschirmen
  • Scharfes, kontrastreiches Bild
  • Sehr gute Entspiegelung; LCD-Bildschirme fallen in der Regel sowohl in Positiv- als auch in Negativdarstellung in die beste Reflexionsklasse (siehe Tabelle 9). Dies wird von CRT-Bildschirmen bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht erreicht
  • Niedriger Energieverbrauch
  • Geringe Wärmeabgabe
  • Flimmerfreie Darstellung
  • Unempfindlichkeit gegen Störungen durch elektrische und magnetische Felder - zum Beispiel durch Bahnlinien
  • Strahlungsarmut, alle schwedischen Empfehlungen - zum Beispiel TCO - werden problemlos erfüllt

Zu den Nachteilen zählen:

  • Von der Sehrichtung abhängige Farben, Leuchtdichten und Kontraste; hier gibt es je nach verwendetem LCD-Typ starke Unterschiede (Tabelle 2)
  • Von der Auflösung abhängige Darstellungsqualität, optimale Darstellung bei Ansteuerung in der physikalischen Auflösung des LCD-Bildschirms
  • Gegebenenfalls hohe Bildaufbauzeiten, was bei der Bearbeitung von bewegten Bildern stören kann

Der benötigte Sehrichtungsbereich hängt von der Arbeitsaufgabe, der Bildschirmgröße, de...

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