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Vorwort

Vorbemerkung

In den Werkstätten des öffentlichen Dienstes werden zahlreiche Produkte eingesetzt, von deren Inhaltsstoffen Gefahren für die Gesundheit der Beschäftigten sowie für die Umwelt ausgehen können. Das Wissen um die möglichen Gefahren ist die wichtigste Voraussetzung für das Ergreifen wirkungsvoller Schutzmaßnahmen. Die Broschüre will hierzu einen Beitrag leisten.

Tätigkeiten mit Gefahrstoffen sind in zahlreichen Vorschriften geregelt. Hierzu zählen das Chemikaliengesetz, die Gefahrstoffverordnung, Technische Regeln für Gefahrstoffe sowie das Regelwerk der gesetzlichen Unfallversicherungsträger. Mit dieser Information sollen für Werkstätten die Regelungen für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen zusammengefasst und verständlich dargestellt werden.

Diese Information richtet sich an

  • Unternehmensverantwortliche und Vorgesetzte, die für die Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen verantwortlich sind,
  • Sicherheitsbeauftragte, Personal- und Betriebsräte und Beschäftigte in Werkstätten, für die Tätigkeiten mit Gefahrstoffen zum Arbeitsalltag gehören,

    und an

  • Aufsichtspersonen, Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie Betriebsärzte, die sich über die Vielzahl der Gefahrstoffe, die in Werkstätten Verwendung finden, informieren wollen.

Diese Information will

  • informieren über die Gefahrstoffe, die bei typischen Werkstattarbeiten zum Einsatz kommen oder bei diesen Arbeiten entstehen und über die möglichen Gesundheitsgefahren, die von ihnen ausgehen,
  • hinweisen auf die gesetzlichen Verpflichtungen, die sich aus den Tätigkeiten mit Gefahrstoffen am Arbeitsplatz ergeben,
  • unterstützen durch die Darstellung geeigneter Schutzmaßnahmen, die sich in der Praxis bereits bewährt haben.

Diese Information ist unterteilt in einen allgemeinen Teil und einen fachspezifischen Teil. Die Regelungen, die im allgemeinen Teil dargestellt sind, sind in allen Arbeitsbereichen, in denen Tätigkeiten mit Gefahrstoffen stattfinden, anzuwenden. Die fachspezifischen Themenschwerpunkte beziehen sich auf die Bereiche der Holz-, Kunststoff- und Metallbearbeitung, wie Schreinerei, Lackiererei und Schlosserei.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Information sind die im Anhang enthaltenen Beispiele von Betriebsanweisungsentwürfen, die größtenteils dem Gefahrstoff-Informationssystem WINGIS der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft entnommen worden sind (siehe Anhang 10 "Vorschriften, Regeln und Informationen").

Gefahrstoffe in Kraftfahrzeugwerkstätten werden in dieser Information nicht behandelt. Die speziellen Anforderungen in diesen Arbeitsbereichen sind der Regel "Fahrzeug-Instandhaltung" (BGR/GUV-R 157) zu entnehmen.

1 Allgemeiner Teil

1.1 Gefahrstoffe

Was sind Gefahrstoffe?

Gefahrstoffe sind Stoffe (Reinstoffe), Zubereitungen (Gemische, Gemenge oder Lösungen von Stoffen) oder Erzeugnisse (zum Beispiel Spanplatten), denen eine oder mehrere der nachfolgenden Eigenschaften (Gefährlichkeitsmerkmale) zugeordnet werden:

 

1.

explosionsgefährlich/explosionsfähig,

 

2.

brandfördernd,

 

3.

hochentzündlich,

 

4.

leichtentzündlich,

 

5.

entzündlich,

 

6.

sehr giftig,

 

7.

giftig,

 

8.

gesundheitsschädlich,

 

9.

ätzend,

 

10.

reizend,

 

11.

sensibilisierend,

 

12.

krebserzeugend,

 

13.

fortpflanzungsgefährdend,

 

14.

erbgutverändernd,

 

15.

umweltgefährlich.

Solche Gefahrstoffe können auch bei Tätigkeiten mit Arbeitsstoffen entstehen oder freigesetzt werden, die selbst kein Gefahrstoff sind, zum Beispiel Holzstaub beim Schleifen von Holz.

Außerdem ist ein Stoff ein Gefahrstoff, wenn er abweichend von den oben genannten Eigenschaften andere Eigenschaften besitzt, die für die Beschäftigten eine Gefahr darstellen, wie zum Beispiel die erstickende Wirkung von Stickstoff, die hautschädigende Wirkung von Feuchtarbeit oder die narkotische Wirkung von Lösemitteln.

Informationsquellen für Gefahrstoffe

Gefahrstoffe erkennt man in der Regel an der Kennzeichnung auf den Gebinden. Doch auch Produkte, die nicht gekennzeichnet sind, können Gefahrstoffe enthalten, da unterhalb bestimmter Konzentrationsgrenzen die Kennzeichnungspflicht entfällt. Bei diesen Produkten sind erforderlichenfalls Informationen vom Hersteller, Vertreiber oder von Fachleuten einzuholen.

Informationen zu Gefahrstoffen enthalten die Sicherheitsdatenblätter, die der Hersteller oder Vertreiber zur Verfügung zu stellen hat. Bei fehlenden Sicherheitsdatenblättern sind diese beim Lieferanten anzufordern. In den Fällen, in denen kein Sicherheitsdatenblatt zur Verfügung gestellt werden muss (z. B. wenn das Produkt selbst kein Gefahrstoff ist), hat der Lieferant dem Anwender die Informationen auszuhändigen die er für eine Gefährdungsbeurteilung benötigt.

Bei im Arbeitsprozess entstehenden Gefahrstoffe müssen die notwendigen Informationen für die Gefährdungsbeurteilung selbst recherchiert werden. Hilfestellungen hierfür sind zum Beispiel im fachspezifischen Teil enthalten.

Weitere Informationsquellen zu Gefahrstoffen sind im Anhang 10 "Vorschriften Regeln und Informationen" aufgeführt.

Kennzeichnung

Gefahrstoffe müssen entsprechend der Gefahrsto...

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