Elektrische Betriebsmittel werden an Einsatzstellen besonders beansprucht und müssen deshalb besondere Anforderungen erfüllen. Durch die richtige Auswahl, Prüfung und Instandhaltung elektrischer Betriebsmittel werden Stromunfälle weitestgehend vermieden.

Diese Arbeitshilfe erläutert wichtige Regeln für den sicheren Umgang mit elektrischen Betriebsmitteln.

Unfallbeispiele:

  • Beim Berühren der schadhaften Elektrozuleitung kam es zum Stromschlag.
  • Bei der Berührung des Gerätegehäuses kam es auf Grund eines elektrischen Fehlers zur Körperdurchströmung.
  • Beim Einsatz einer Tauchpumpe einen Stromschlag erlitten.

Gefährdungen:

Gefährdungen entstehen durch elektrischen Strom insbesondere bei

  • Verwendung schadhafter elektrischer Betriebsmittel,
  • zu hoher Beanspruchung elektrischer Betriebsmittel,
  • ungeeigneten elektrischen Betriebsmitteln.

Schutzziel:

  • Gefährdungen durch Körperdurchströmung oder durch Lichtbögen müssen sicher ausgeschlossen werden.

Hinweis:

  • Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel sind solche, die während des Betriebes bewegt werden oder die leicht von einem Platz zum anderen gebracht werden können, während sie an den Versorgungsstromkreis angeschlossen sind.

Weitere Informationen:

  • UVV "Feuerwehren" (GUV-V C53)
  • UVV "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" (BGV/GUV-V A3)
  • Information "Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel" (BGI/GUV-I 8524)
  • Information "Elektrische Gefahren an der Einsatzstelle – Vortrag für Einsatzkräfte" (BGI/GUV-I 8677)

Ein Elektrounfall ist nur eine Frage der Zeit – diese elektrischen Betriebsmittel dürfen nicht verwendet werden.

Elektrounfälle:

  • Im Falle eines Elektrounfalls ist der Mensch der elektrische Leiter. Stromstärke und Einwirkdauer bestimmen die Größe der Gefahr.
  • Beispiel: Bei einer Berührungsspannung von 230 Volt und einem mittleren Körperwiderstand von 750 Ohm errechnet sich nach dem Ohmschen Gesetz (I = U/R) ein Strom von ≈ 300 Milliampere (mA).
  • Die Wirkung des Stroms auf den menschlichen Körper unterliegt weiteren Faktoren, z. B.

    • Körperbau, Konstitution, Körpergewicht,
    • der Art des Stroms, z. B. Gleichstrom oder Wechselstrom,
    • der Durchströmungsdauer.

Direktes und indirektes Berühren unter Spannung stehender Teile:

  • Unter Spannung stehende Teile können direkt berührt werden, z. B. bei einem Isolationsschaden.
  • Werden Teile berührt, die nur im Fehlerfall unter Spannung stehen, spricht man vom indirekten Berühren.

Schutzmaßnahmen:

  • Als Schutzmaßnahmen gegen Elektrounfälle sind anerkannt:

    • Schutz durch Kleinspannung,
    • Schutztrennung,
    • Schutzisolierung,
    • Personenschutzschalter.

Wirkung des elektrischen Stroms auf den Menschen

   
Stromstärke (Wechselstrom) Hinweis: Die Wirkung auf den Menschen ist auch abhängig von der Einwirkdauer
0 … 0,5 mA Strom nicht oder nur gerade wahrnehmbar
0,5 … 10 mA Strom wahrnehmbar, Muskelreizungen, ggf. Muskelkrampf in Armen und Beinen
10 … 80 mA Loslassen des Kontaktes nicht mehr möglich, schmerzhafte Muskelkrämpfe, ggf. Bewusstlosigkeit, ab 30 mA Gefahr von Herzkammerflimmern
ab 80 mA Herzkammerflimmern ist wahrscheinlich, bei größeren Strömen (mehrere Ampere) ggf. auch Herzstillstand
   

Der Isolationsschaden der Elektrozuleitung ermöglicht das direkte Berühren des unter Spannung stehenden Leiters.

Elektrische Betriebsmittel richtig auswählen und sicher einsetzen

  • Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel dürfen im Einsatz- und Übungsdienst eingesetzt werden, wenn sie der Schutzart IP 44 entsprechen und die Steckvorrichtungen druckwasserdicht sind.
  • Elektrische Betriebsmittel, die nach den speziellen Normen des Feuerwehrwesens beschafft werden, entsprechen diesen Anforderungen.
  • Vorrangig sind für die Stromversorgung die Stromerzeuger der Feuerwehr einzusetzen.
  • Müssen elektrische Betriebsmittel im Ausnahmefall an Fremdinstallationen angeschlossen werden, darf der Anschluss nur über besondere Personenschutzschalter erfolgen.

Verwendung eines Personenschutzschalters

  • Personenschutzschalter, die über eine genormte Steckvorrichtung zwischen ein Betriebsmittel und eine fest installierte Steckvorrichtung geschaltet werden können, müssen mindestens DIN VDE 0661 entsprechen und dürfen höchstens eine Schutzkontakt-Steckvorrichtung (AC 230 V/16 A) aufweisen.

    • Sie müssen den mechanischen Anforderungen für Baustellen entsprechen, d.h. stoßgeschützt sein und der Schutzart IP 54 entsprechen. Steckverbindungen müssen druckwasserdicht sein.
    • Es sind Schutzschalter nach DIN VDE 0661 zu verwenden.
    • Personenschutzschalter sind möglichst nahe an der Stromentnahmestelle zu installieren.
  • Werden anstelle von Leitungstrommeln nach DIN 14 680 andere Leitungsroller verwendet, müssen diese DIN EN 61 316 entsprechen. Zusätzliche Anforderungen: Schutzart IP 54, Netzanschlussleitung vom Typ H07RN-F 3G2,5 bzw. 5G2,5, Länge max. 50 m, Stecker und Steckdosen druckwasserdicht.
  • Leitungsroller sind bei Benutzung immer ganz abzuwickeln.
  • Die Gesamtleitungslänge der an einen genormten Stromerzeuger angeschlossenen Leitungen darf 100 m nicht überschreiten.
  • Geräteanschlussleitungen von Flu...

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