DGUV Information 205-001: Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz (bisher BGI 560)

[Vorspann]

Vorwort

Zu jeder Zeit verspürt der Mensch die vernichtende Kraft des Brandes, wenn das Feuer unbeabsichtigt oder unerwartet auftritt oder außer Kontrolle gerät.

Gebäude und Anlagen können nach einem Brand mit mehr oder weniger großem Aufwand instand gesetzt, zerstörte Betriebsmittel neu beschafft werden.

Der Verlust von menschlichem Leben und die Beeinträchtigung der Gesundheit durch den Brand und seine Nebenwirkungen wiegen dagegen ungleich schwerer als der Sachschaden.

Brände und Explosionen sind oft die unmittelbaren Auslöser von Unfällen.

Den Berufsgenossenschaften wurden in den vergangenen Jahren jeweils etwa 3.500 Arbeitsunfälle gemeldet, deren Ursache auf Brände und Explosionen zurückzuführen war.

Die Verletzungen werden meist durch die direkte Einwirkung der Flammen oder heißen Rauchgase auf ungeschützte Bereiche des menschlichen Körpers, durch die Auswirkung brennender Kleidung sowie die Vergiftung durch die beim Brand entstehenden Gase verursacht. Bereits kleine Brände belasten die Umwelt erheblich. Dem vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz kommt daher immer mehr Bedeutung zu.

Technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit des arbeitenden Menschen sind Bestandteile der Planung von Arbeitsplätzen und Fertigungsabläufen. Dazu gehören auch Brand- und Explosionsschutzmaßnahmen. Sie liegen im Verantwortungsbereich des Unternehmers und der von ihm beauftragten Personen.

Der optimal gestaltete Arbeitsplatz muss deshalb neben der Leistung, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit des Arbeitssystems auch die Vorsorge gegen Zerstörung der Arbeitsmittel durch äußere Ereignisse, wie Brände und Explosionen, berücksichtigen.

Großschäden in der industriellen Sachversicherung[1]
Jahr

Schadenaufwand

Mrd. Euro
Anzahl

Schadendurchschnitt

Mio. Euro
1980 0,64 278 2,31
1985 0,79 289 2,74
1990 0,85 289 2,95
1995 1,13 267 4,24
2000 0,88 199 4,43
2001 1,02 183 5,57
2002 0,55 160 3,46
2003 0,55 150 3,67
2004 0,54 150 3,58
2005 0,93 161 5,75
2006 1,03 154 6,71
2007 0,67 171 3,92
2008 0,72 142 5,05
2009 0,69 151 4,54
2010 0,57 153 3,75

Bild 1: Statistik der Brandschäden

Brandkatastrophen haben darüber hinaus gezeigt, dass auch Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und der Lösch- und Rettungsmannschaften erforderlich und sinnvoll sind, beispielsweise:

  • Verzicht auf den Einsatz von Halon-Feuerlöschmitteln
  • Vorsehen von Rückhaltebecken für kontaminiertes Löschwasser
  • Austausch PCB-haltiger Isolierflüssigkeiten in Transformatoren und Kondensatoren

Bild 2: Technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen im Betrieb

 

Impressum

Herausgeber

Berufsgenossenschaft Holz und Metall

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Internet: www.bghm.de

Servicehotline bei Fragen zum Arbeitsschutz: 0800 9990080-2

Medien Online: bestellung@bghm.de

Ausgabe: November 2013

[1] Schäden mit mindestens 500.000 Euro Schadenaufwand (bis 2001 1 Mio. DM)

1 Brandursachen

Die Brandursachen allgemein in der Bundesrepublik Deutschland verteilen sich wie im Bild 1-1 dargestellt.

Die Hauptursachen für Brände in den Betrieben sind:

  • unsachgemäßer Umgang mit Einrichtungen und Stoffen
  • fehlende Unterweisung der Beschäftigten
  • mangelndes Gefahrenbewusstsein beim häufigen Umgang mit Gefahrstoffen

Die folgenden Unfallschilderungen verdeutlichen dies:

  • In einer Kfz-Reparaturwerkstatt entstand bei einem Versuch, den Motor nach einer Vergaserinstandsetzung zu starten, ein Vergaserbrand. Die Flammen erfassten die Arbeitskleidung des Beschäftigten, die bei der Instandsetzung mit Kraftstoff benetzt worden war. Ein hinzueilender Kollege erstickte die Flammen mithilfe einer Löschdecke.

Unfallfolge: Verbrennungen zweiten Grades an Händen und Armen.

  • Durch einen Funken kam es zu einem Schwelbrand in der Späneabsauganlage einer Modelltischlerei. Die Absauganlage und der Modellboden wurden vollständig zerstört.
  • Beim Arbeiten mit dem Winkelschleifer in einer Bauschlosserwerkstatt setzten Schleiffunken die durch Fett und Öl verschmutzte Arbeitskleidung eines Beschäftigten in Brand. Er selbst konnte die Flammen mit der Arbeitsjacke seines Schlosseranzuges ersticken.
Unfallfolge: Verbrennungen zweiten Grades am rechten Oberschenkel.

Die geschilderten Unfallereignisse mit ihren schwerwiegenden Folgen beweisen die Notwendigkeit, Maßnahmen festzulegen, mit denen das Entstehen von Bränden verhindert und eingetretene Brände erfolgreich bekämpft werden können.

Bild 1-1: Brandursachen in der Bundesrepublik Deutschland

Unfalljahr

Kosten

Gesamt

Euro

Heilbehandlung

Euro

Renten

Euro
Anzahl
2006 6.303.980 4.241.950 1.938.915 792
2007 13.117.658 11.652.182 1.346.430 1.943
2008 9.879.439 8.889.087 916.989 1.750
2009 5.818.592 5.553.038 228.474 1.526
2010 8.374.525 8.050.931 277.185 1.518
2011 6.443.942 6.411.720 7.694 1.468
Summe 49.938.136 44.798.909 4.715.687 8.997
Mittelwert 8.323.023 7.466.485 785.948 1.500

Eine Auswertung der BGHM ergab, dass sich jedes Jahr ca. 1.500 meldepflichtige Unfälle mit Verbrennungen e...

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