Das Raumklima wird im Wesentlichen bestimmt durch Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftgeschwindigkeit. Ein gutes Raumklima fördert Wohlbefinden, Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und Gesundheit des Menschen.

Wie drückt sich gutes Raumklima in Zahlen aus? Trotz individuellem Klimaempfinden fühlen sich die meisten Menschen wohl bei

  • einer Temperatur zwischen 20 und 24 °C,
  • einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 65 Prozent (bei Tätigkeiten mit hohem Sprechanteil) und
  • einer maximalen Luftgeschwindigkeit von 0,15 Meter pro Sekunde.

Damit sich Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte wohlfühlen, sollten diese drei Voraussetzungen in einem Raum erfüllt sein.

Die niedrige Luftgeschwindigkeit und der beschriebene Temperaturbereich können in den meisten Fällen eingehalten werden. Die Installation eines außen liegenden Sonnenschutzes ist allerdings unverzichtbar, um den Anstieg der Raumtemperatur auch in den Sommermonaten zu begrenzen. Die Luftfeuchtigkeit hingegen bereitet während der Heizperiode in den Wintermonaten immer wieder Probleme. Die entsprechenden Werte bewegen sich in vielen Klassenzimmern von November bis Februar zwischen 15 und 30 Prozent. Jedoch kann sich zu niedrige Luftfeuchtigkeit negativ auf die Gesundheit auswirken. So besteht die Gefahr, dass Schleimhäute in Mund, Nase und Rachen schneller austrocknen, insbesondere wenn gleichzeitig nicht ausreichend getrunken wird. Die Folgen können eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Erkältungskrankheiten oder eine Zunahme der Beschwerden bei Allergikern und Asthmatikern sein.

Die Bedingungen bei der Anwendung von Luftbefeuchtern zur Erhöhung der relativen Luftfeuchte muss allerdings genau betrachtet werden. Die wichtigsten Gebote bei der Verwendung entsprechender Geräte sind die richtige Auswahl, eine fachgerechte Anwendung sowie die regelmäßige Reinigung und Wartung des Luftbefeuchters durch Fachleute. Ansonsten können Luftbefeuchter ebenso wie Heizkörperverdunster oder Zimmerbrunnen eine ideale Brutstätte für Bakterien und Schimmelpilze darstellen. Unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Schulalltages ist von deren Verwendung besser abzusehen.

Eine einfache Möglichkeit die Luftfeuchtigkeit in Maßen (ca. 5 bis 10 Prozent) zu erhöhen besteht in der Verwendung bestimmter Zimmerpflanzen (z. B. Zyperngras). Wird bei der Pflege der Pflanzen zusätzlich darauf geachtet, dass die Pflanze regelmäßig mit Wasser besprüht wird, kann dies zu einer stärkeren Erhöhung der Luftfeuchtigkeit im Klassenzimmer führen (siehe auch Kapitel "Raumgestaltung"). Natürlich ist aber auch bei der Verwendung der Pflanzen auf deren sachgerechte Pflege zu achten, um beispielsweise Schimmelpilzwachstum zu vermeiden.

Zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit können handelsübliche Wetterstationen eingesetzt werden. Auch wenn die Werte nicht ganz exakt sind, liefern sie doch erste Anhaltspunkte zum Raumklima und können einfach in jedem Klassenzimmer aufgestellt werden.

Neben dem Raumklima trägt auch die Luftqualität ganz entscheidend zum Wohlfühlen in Unterrichtsräumen bei. Immer wieder wird in Schulen über die Luftqualität geklagt und vielfach werden in diesem Zusammenhang Symptome wie Kopfschmerzen, Ermüdungserscheinungen oder Reizerscheinungen an Augen, Nase und Rachen geschildert.

Die Luftqualität in Klassenzimmern wird maßgeblich durch den Gehalt an Kohlendioxid (CO2) beeinflusst. Daher kann CO2 auch als Indikator für die Raumluftqualität herangezogen werden. Kohlendioxid ist ein farb- und geruchsloses Gas, das zu etwa 0,04 Volumen-Prozent (Vol.-%) in der Atmosphäre vorkommt. Es wird entweder in Volumen-Prozent oder in parts per million (ppm) angegeben, wobei 0,04 Vol.-% 400 ppm entsprechen.

Die wichtigste CO2-Quelle in Innenräumen ist der Mensch selbst: Mit jedem Atemzug atmen wir durchschnittlich einen halben Liter Luft ein. Diese besteht zu 21 Vol.-% aus Sauerstoff (O2) und nur zu 0,04 Vol.-% aus CO2. Unsere ausgeatmete Luft enthält dagegen nur noch ca. 17 Vol.-% O2 dafür aber etwa 4 Vol.-% CO2. Gerade in Schulräumen ist CO2 von besonderer Bedeutung, da hier viele Personen auf begrenztem Raum zusammenkommen und dadurch bei falschem Lüftungsverhalten die CO2-Konzentration deutlich ansteigen kann (Abb. 20).

Zur Bewertungen des CO2-Gehaltes in Innenräumen kann die sogenannte "Pettenkofferzahl" von 1.000 ppm (0,1 Vol.-%) zur Orientierung dienen. Sie erlaubt die Bestimmung eines lufthygienisch akzeptablen Bereiches. Höhere CO2-Mengen können bereits das Wohlbefinden beeinträchtigen. Sie können Ursache von Kopfschmerzen sein, schränken die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit ein und machen müde. So legt auch der "Leitfaden für Innenraumhygiene in Schulen" des Umweltbundesamtes einen Leitwert von 1.000 ppm für den Kohlendioxidgehalt in der Innenraumluft von Schulen fest. Kohlendioxidmengen zwischen 1.000 und 2.000 ppm werden im Leitfaden bereits als "hygienisch auffällig" eingestuft. Hier wird die Empfehlung gemacht, bereits ab 1.000 ppm zu lüften. Leider sieht die Realität in deutschen Klasse...

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