Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel beinhaltet weitere Schutzmaßnahmen, die unter folgenden Punkten gegliedert und näher erläutert sind:

Arbeitsplatzgestaltung

Zur Einhaltung der Abstandsregel sollen die Arbeitsplätze so angeordnet werden, dass zwischen den Beschäftigten ein Abstand von mindestens 1,5 m bei sitzenden Tätigkeiten eingehalten werden kann.

Sanitärräume, Kantinen und Pausenräume

Allgemeine Anforderungen für Sanitärräume und Pausenräume in Arbeitsstätten sind in der ArbStättV und in den ASR (ASR A4.1 "Sanitärräume", ASR A4.2 "Pausen- und Bereitschaftsräume") enthalten. Jedoch reichen diese Regelungen momentan nicht aus, um den Schutz der Beschäftigten gemäß der Arbeitsmedizin und der Hygiene sicherzustellen. Daher müssen zusätzlich zu diesen Anforderungen auch weitere Maßnahmen ergriffen werden, wie z. B. Abstandsmarkierungen, um die Einhaltung der Abstandsregeln bei der Nutzung der Einrichtungen sicherstellen zu können.

Lüftung

Durch verstärktes Lüften kann die Konzentration von möglicherweise vorhandenen virenbelasteten Aerosolen reduziert werden. Um verstärktes Lüften zu erreichen, kann die Lüftungshäufigkeit und der Luftvolumenstrom erhöht und die Lüftungszeiten ausgedehnt werden. Die Arbeitsschutzregel geht außerdem auf geeignete Filter zur Abscheidung von Viren und Aerosolen ein.

Homeoffice

Homeoffice wird als Form mobiler Arbeit erläutert. Arbeitszeiten, Erreichbarkeit und ergonomische Aspekte sind Inhalt des Abschnitts. Regelungen für Telearbeit bleiben laut der Regel unberührt.

Dienstreisen und Besprechungen

Angesichts der epidemischen Lage vor Ort muss der Arbeitgeber prüfen, inwieweit Besprechungen oder Dienstreisen reduziert oder in anderer Form (durch Verwendung elektronischer Kommunikationsmittel) durchgeführt werden können.

Sicherstellung ausreichender Schutzabstände

Die Einhaltung der Abstandsregel soll auf Verkehrswegen, Warte- und Stehflächen (z. B. vor dem Aufzug) und bei nicht vermeidbaren Personenansammlungen eingehalten werden. Zur Einhaltung der Abstandsregeln helfen Bodenmarkierungen oder Absperrband.

Arbeitsmittel/Werkzeuge

Arbeitsmittel und Werkzeuge sollten personenbezogen verwendet werden, was durch eine entsprechende Arbeitsorganisation zu gewährleisten ist. Falls eine personenbezogene Verwendung nicht möglich ist, sollten die Arbeitsmittel regelmäßig gereinigt werden, insbesondere bevor sie an eine andere Person weitergegeben werden.

Arbeitszeit- und Pausengestaltung

Durch zeitliche Entzerrung können die Kontakte reduziert werden. Die Pausen- und die Arbeitszeiten sollten versetzt stattfinden bzw. angepasst werden. Dadurch kann ein Zusammentreffen der Beschäftigten bei der Zeiterfassung, in den Umkleide- und Duschräumen vermieden werden. Für die Schichtplanerstellung ist es wichtig, möglichst dieselben Personen in eine gemeinsame Schicht einzuteilen.

Aufbewahrung von Arbeitskleidung und Persönlicher Schutzausrüstung

Persönliche Schutzausrüstung und Arbeitskleidung sind personenbezogen zu verwenden. Ausgenommen werden kann PSA, die von mehreren Personen ohne eine Erhöhung des Infektionsrisikos genutzt werden kann (beispielsweise Absturzsicherungen). Außerdem müssen die Alltagskleidung und die personenbezogene Schutzausrüstung/Arbeitskleidung getrennt aufbewahrt werden.

Zutritt betriebsfremder Personen zu Arbeitsstätten und Betriebsgelände

Der Zutritt von betriebsfremden Personen sollte auf ein Minimum reduziert und dokumentiert werden. Beim Zutritt betriebsfremder Personen sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, die in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel genauer erläutert sind. Dazu gehört die Nutzung elektronischer Medien, Abtrennungen, Begrenzung der Zahl gleichzeitig anwesender betriebsfremder Personen, Verwendung von MNS. Ggf. sind betriebsfremde Personen hinsichtlich besonderer Schutzmaßnahmen vor Ort in geeigneter Form zu informieren.

Handlungsanweisungen für Verdachtsfälle

Für Verdachtsfälle hat der Arbeitgeber betriebliche Regelungen zu treffen, um bei bestätigten Infektionen schnellstmöglich die Kontakte ermitteln zu können. Das bedeutet, dass bei Verdacht einer SARS-CoV-2-Infektion bei einem Mitarbeiter (z. B. Fieber, Husten, Atemnot) dieser durch den Arbeitgeber aufgefordert werden muss, die Arbeitsstätte zu verlassen.

Berücksichtigung psychischer Belastungen

Auch die psychischen Belastungen aufgrund von Corona sollten minimiert werden. Um entsprechende Maßnahmen einsteuern zu können, sind diese im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und zu berücksichtigen, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Denn um Beschäftigte vor einer SARS-CoV-2-Infektion bei der Arbeit zu schützen, sind in den Betrieben oftmals Neu- und Umgestaltungen von Arbeitsplätzen oder von Arbeitsabläufen notwendig gewesen. Die dadurch entstehenden Veränderungen können zu psychischen Belastungen führen. Auch Konflikte oder soziale Isolation bei der Arbeit im Homeoffice gilt es zu berücksichtigen.

Mund-Nase-Schutz, Atemschutzmasken und Gesichtsschutzschilde

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