Der Mensch ist nicht für Daueralarm geschaffen. Das Sprichwort: Das ist vielleicht ein "ausgeschlafener Hund" nennt die natürlichste und größte Regenerationsquelle, den Schlaf. Die Stress-Resilienz ist umso besser, je mehr man ausgeschlafen ist. Viele gestresste Menschen haben Schlafstörungen, da sie nicht mehr abschalten und entspannen können. Der Druck im Unternehmen wird immer größer, die Negativspirale schraubt sich von der Daueranspannung bis zum Burnout nach oben.

Der Mensch ist kein Perpetuum Mobile. Spannung – Anspannung – Überspannung – Entspannung …, der Mensch braucht den regelmäßigen und hinreichenden Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung. Daher braucht jede Belastung eine Entlastung, jede Anspannung eine Entspannung. Die für den menschlichen Körper schlechteste Entspannungsmethode ist das "Berieseln lassen vom Fernsehgerät" mit einem Glas Wein oder Bier am Abend.

Damit es nicht so weit kommt, sollte ein gesundes Unternehmen seinen Arbeitnehmern die Gelegenheit bieten, im Unternehmen zu entspannen. Von den zahlreichen Entspannungsmöglichkeiten sind aber nicht alle geeignet dafür, vom bzw. im Unternehmen gefördert zu werden (Abb. 7).

Abb. 7: Lebensprinzip Entspannung

Die wichtigsten und auf ihre Wirkung untersuchten Ansätze im Betrieb sind:

  1. Power-Napping, ein Kurzschlaf von maximal 20 Minuten
  2. Audiovisuelle Entspannungssysteme verknüpfen 2 Entspannungsmethoden – Massagesessel mit Tiefensuggestion
  3. Individuelle Entspannungsmethoden, die Mitarbeiter im Rahmen von internen Angeboten oder über Krankenkassen erlernen können.

Nicht zu unterschätzen sind so einfache Dinge wie immer wieder kleine aktive entspannende Pausen zu machen, z. B. in Verbindung mit einem Spaziergang.

Für besonders belastete Projektleiter und Führungskräfte gilt es auch einmal zu verschnaufen.

 
Praxis-Beispiel

Time-out statt Burnout mit gezieltem Projekt-Rückblick und Optimierung

Nach einem Projektende mit hoher Belastung wird gezielt Luft geholt statt weiter gehetzt. Die Personen werden wie bei einer Weiterbildung bewusst aus dem Betrieb genommen und in einer entspannenden Umgebung (z. B. Hotel oder Reha-Einrichtung) für 2 Nächte untergebracht. Bereits bei der Anreise wird im Zug auf das abgeschlossene Projekt Rückschau gehalten. Nach der Ankunft wird der Abend zur Entspannung genutzt, z. B. Spaziergang, Massage, Sauna, Entspannungsmethoden. Der Folgetag ist dann ein bewusster Tag zum Time-out mit praktischen Gesundheitsthemen zur Erholung und zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz. Die Rückreise holt den Mitarbeiter bzw. das Team wieder in den Alltag zurück. Mit den auf der Anreise erarbeiteten Erfahrungen wird gezielt die Vorbereitung auf die nächsten bzw. laufenden Projekte bearbeitet. Die Maßnahme trägt bewusst keinen Burnout-Präventionstitel, sondern heißt Projekt-Rückblick und Projektoptimierung, um die Maßnahme besser gegenüber der Geschäftsleitung zu argumentieren.

 

Neben den klassischen Entspannungsmethoden, z. B. Progressive Muskelentspannung, ist Bewegung auch eine Möglichkeit sich nicht nur zu bewegen, sondern dabei mental abzuschalten und sich nicht nur muskulär an- sondern auch zu entspannen.

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