An dieser Stelle ist nur ein Musterprozess beschrieben, da in der betrieblichen Praxis eine passende Lösung in einem gemeinsamen Such- und Abstimmungsprozess gefunden werden muss.

Der Start durch die Befragung ist mitbestimmungspflichtig und damit sitzen alle betrieblichen Akteure im Boot – bzw. im Arbeitsschutzausschuss am Tisch. So ist die Umsetzung an sich bereits ein Prozess im Sinne des Ziels, die psychische Gesundheit zu fördern. Es gilt, diesen Prozess als einen wertschätzenden Miteinander-Prozess zu gestalten, der sich um die Sache bemüht und nicht als Spielwiese für einzelne Profilierungssüchtige und machtorientierte Akteure benutzt wird.

Im ersten Schritt dieses Prozesses gilt es,

  • den passenden Fragebogen,
  • das Prozedere und
  • die Kampagne zur Vermittlung des Themas im Unternehmen

festzulegen.

Je mehr die Beteiligten im Unternehmen in der Sache für ein psychisch gesundes Unternehmen gemeinsam an einem Strang ziehen, umso besser fallen die Ergebnisse aus. Der Prozess der Umsetzung wird selbst zur lösungsorientierten Maßnahme, er ist bereits der Weg zum Ziel.

Diesen Weg beschreibt Ihnen im Detail das mitarbeiterorientierte Konzept, das auf Wertschätzung beruht: "Wertschätzung ist eine Gesundheitsressource, die es im Rahmen des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu etablieren und zu fördern gilt. Denn die Motivation und Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter/-innen – und damit verbunden deren Gesundheit und Arbeitsfähigkeit – sind das höchste Gut eines Unternehmens, insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels".[1]

Die Prozessbausteine des mitarbeiterorientierten Konzepts sind:

  • Mitarbeiterorientierte Gefährdungsanalyse (MoG), in deren Prozess die Mitarbeiter selbst durch eine vorgezogene Unterweisung bei der Beurteilung einbezogen sind.
  • Mitarbeiterorientierte Planung (MoP): Der Schritt, bei dem die Mitarbeiter selbst mögliche Maßnahmen zur Beseitigung von Mängeln bzw. zur Optimierung des Arbeitsplatzes entwickeln.
  • Mitarbeiterorientierter Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (MoKVP) ist die gezielte Fortführung der beiden vorherigen Elemente durch die Evaluation der Wirksamkeit der Maßnahmen aus der MoP. Es ist ein Prozess der steten kleinen Verbesserungen, der durch die ständige Überprüfung und Anpassung der Maßnahmen nach dem PDCA-Zyklus (plan–do–check–act) geprägt ist.

Den Weg von der Pflicht der mitarbeiterorientierten Gefährdungsanalyse (MoG) zur Kür einer ursachenorientierten Burnout-Prävention skizziert Abb. 3.

Abb. 3: Ursachenorientierte Prävention als Strategie einer nachhaltigen Burnout-Prävention

 
Praxis-Tipp

Erprobte Beurteilungsverfahren verwenden und individuell anpassen

Es gibt nicht die Befragung oder Checkliste. Die Praxis zeigt jedoch, dass es von Vorteil ist auf Basis von erprobten Verfahren vorzugehen. Der Beitrag Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen vertieft das Thema. Die Checkliste Psychische Belastungen beurteilen ist bei der Umsetzung der Beurteilung psychischer Belastungen behilflich. Eine gute Orientierung zu den Verfahren bietet auch die Toolbox der BAuA.

[1] Quelle: Arbeitsgruppe Grazil, Wertschätzungstraining für Personalverantwortliche und direkte Vorgesetzte … nachhaltige Wertschöpfung durch Wertschätzung, 2011, S. 3.

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