Der Mensch ist der wichtigste Produktivitäts-, Wirtschafts- und Erfolgsfaktor. Er ist bei seiner Arbeit motivierter, leistungsfähiger und gesünder, wenn er ernst genommen und wertgeschätzt wird. Das Motto "Wertschöpfung durch Wertschätzung" bringt diesen Zusammenhang am besten und am kürzesten auf den Punkt und wird als Wirkungsprinzip nicht infrage gestellt. Ein gutes Betriebsklima wirkt sich vorteilhaft auf die Gesundheit der Beschäftigten aus. Es entsteht, wenn der Mitarbeiter

  • soweit wie möglich selbstbestimmt seinen Arbeitsplatz und die Arbeitsbedingungen gestalten kann,
  • ausreichende Informationen über betriebliche Abläufe erhält und
  • seine Leistung anerkannt wird.

Das mitarbeiterorientierte Konzept mit seinen Bausteinen gründet auf diesen Erfahrungen und setzt sie konsequent um. Wertschätzung ist eine Gesundheitsressource, die im Rahmen des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes, des betrieblichen Gesundheitsmanagements und Qualitätsmanagements etabliert und gefördert werden musst. Denn die Motivation und Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter – und damit verbunden deren Gesundheit und Arbeitsfähigkeit – sind das höchste Gut eines Unternehmens, insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und demografischen Wandels. Eine Schlüsselrolle kommt der Führungskraft ("Gesunde Führung") und dem Mitarbeiter mit seinem Verhalten zu. Aus diesem Grund ist die Führungs- und die Mitarbeiterkompetenz als Präventionsmaßnahme ein wesentlicher Baustein des betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Burnout-Prävention.

Abb. 7 fasst diese Erkenntnisse zusammen.

Abb. 7: Stellschrauben der Burnout-Prävention im Überblick

Richten wir den Blick auf den Prozess, ergibt sich das Bild in Abb. 8.

Abb. 8: Der Weg zur Burnout-Prävention

Untersuchen wir die Ansätze zur Burnout-Prävention, scheint es kein allgemeines Rezept zu geben. Die Präventionsmaßnahmen lassen sich auf folgenden unterschiedlichen Ebenen durchführen und strukturieren:

  1. Jeder Einzelne beginnt bei sich selbst (SelbstWert), denn ohne Selbstwert keine Wertschätzung. Das ist die Grundvoraussetzung. Denn wer glaubt, nicht wertvoll zu sein, ist auch nicht in der Lage, sich selbst und andere wirklich wertzuschätzen.
  2. Von gegenseitiger Wertschätzung profitieren auch die Kollegen untereinander – und zwar unabhängig von Gehaltsstufe oder Hierarchieebene. Das gilt auch für die Familie und Freunde (TeamWert).
  3. Durch den Prozess des Einzelnen (SelbstWert) und der sich im Team daraus ergebenen Wertschätzung (TeamWert) kommt es zu einer wertschätzenden Kultur und einem wertschätzenden Miteinander im Unternehmen (UnternehmensWert).

Unter den folgenden 3 Voraussetzungen kann das im Betrieb umgesetzt werden:

  1. Jeder Mitarbeiter muss bei seiner eigenen Verantwortung gepackt werden, sich selbst wertzuschätzen und andere wertzuschätzen.
  2. Die Führungskräfte müssen das mitleben, die Mitarbeiter nicht alleine lassen und als Vorbild sich selbst und andere wertschätzend führen ("gesunde Führung").
  3. Die Unternehmensleitung sitzt als Schlagmann oder Steuermann mit im Boot, ebenfalls sich selbst, die Mitarbeiter und die Führungskräfte wertschätzend. Der Unternehmer selbst wird aber nicht nur als Unternehmer, sondern von allen als Mensch wertgeschätzt.

Für viele Unternehmen ist das ein Paradigmenwechsel im Kopf jedes Einzelnen, unabhängig von seiner hierarchischen Zugehörigkeit. Wertschätzung kann nicht eingeführt werden. „Wertschätzung ist schon immer da. Man muss sie nur entdecken und ihr zur Entfaltung verhelfen. Das geht, indem man sich über diese Themen austauscht, sich mit den Inhalten auseinandersetzt, zur Reflexion der eigenen Haltung und des eigenen Verhaltens bereit ist und das Augenmerk auf positive Aspekte des Unternehmens, des Teams, des Einzelnen legt (gesündere Unternehmenskultur durch mehr Wertschätzung).

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