[Vorspann]

1 Anwendungsbereich

Dieses Merkblatt richtet sich an Unternehmer und Führungskräfte, die im Betrieb Unterweisungen durchführen, und an Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit im Rahmen ihrer unterstützenden Aufgaben.

Darüber hinaus kann es allen weiteren in den betrieblichen Arbeitsschutz eingebundenen Personen wie z. B. Sicherheitsbeauftragten und Betriebsräten als Informationsquelle dienen.

Dieses Merkblatt unterstützt bei der effizienten Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben durch einen gefährdungsorientierten Ansatz:

  • Es enthält gefährdungsbezogene Unterweisungsleitfäden

    • Zur Vorbereitung der Unterweisung (Erstellung des Unterweisungsplans) mit Vorschlägen für Unterweisungsthemen und -inhalte
    • Zur praxisorientierten Durchführung der Unterweisung mit Gestaltungsvorschlägen (Übungen, Diskussionsthemen, Unterweisungsmaterialien)
  • Es ermöglicht die vereinfachte Abstimmung zwischen Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung, indem sich Aufbau und Themen am Merkblatt A 017 "Gefährdungsbeurteilung" (BGI 571) orientieren.

Allgemeine Informationen zu Organisation und Durchführung von Unterweisungen beschränken sich auf die für die Praxis wichtigsten Aspekte. Diese Themen werden ausführlich in der BG-Information "Sicherheit durch Unterweisung" (BGI 527) behandelt.

2 Einführung – Was bietet das Merkblatt?

Dieses Merkblatt beschäftigt sich mit dem Thema Unterweisung. Ein Thema, welches bei den betrieblichen Führungskräften und Verantwortlichen häufig in den Hintergrund gerückt erscheint. Aber warum ist das so?

Auf Seiten der Führungskräfte besteht oftmals Unklarheit darüber, welche Unterweisungsthemen bearbeitet werden müssen und in welchen Abständen die Unterweisungen zu wiederholen sind. Ein Grund dafür könnte sein, dass Unterweisungspflichten im staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften- und Regelwerk weit verstreut sind. Sucht man im "Kompendium Arbeitsschutz" der BG Rohstoffe und chemische Industrie nach "Unterweisung" oder "unterweisen", findet man ca. 2000 Einträge und mit einschlägigen Suchmaschinen im Internet fast eine Million Einträge!

Auf Seiten der Mitarbeiter ist das Interesse, unterwiesen zu werden, häufig nicht besonders ausgeprägt, da Unterweisungen als nicht praxisnah oder als verzichtbare Wiederholung von längst Bekanntem wahrgenommen werden.

Daher versucht dieses Merkblatt, an verschiedenen Stellen eine Unterstützung zu geben.

Dies fängt bei der Themenauswahl an. Zu jedem Gefährdungsfaktor, der gemäß der Gefährdungsbeurteilung nach Merkblatt A 017 "Gefährdungsbeurteilung" (BGI 571) auf den Betrieb zutrifft, bietet das Merkblatt einen Unterweisungsleitfaden[1] an. Damit können die Mitarbeiter zu jeder Gefährdung, die im Betrieb auftreten kann, und zu den dazugehörigen Schutzmaßnahmen unterwiesen werden. Dies erfüllt die gesetzliche Forderung nach § 4 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1).

Was ist jedoch der Inhalt dieser Unterweisungen? An dieser Stelle setzt das vorliegende Merkblatt mit seinen Leitfäden an. Alle Unterweisungsleitfäden sind folgendermaßen strukturiert:

  • Warum unterweisen? – Praktische Notwendigkeit und Rechtsgrundlagen
  • Themenvorschläge für die Unterweisung (teilweise unterteilt nach Zielgruppen)
  • Gestaltungsvorschläge für die Unterweisung (praktische Übungen, Diskussionsthemen, Unterweisungsmaterialien)
  • Verwandte Gefährdungsfaktoren

Sie geben somit eine Orientierung über die Unterweisungsinhalte. Da die betrieblichen Situationen häufig jedoch recht unterschiedlich sind, können die Inhalte noch ergänzt oder verändert werden. Daher werden alle Unterweisungsleitfäden als kopierfähige pdf-Dateien auf beiliegender CD-ROM zur Verfügung gestellt. Ein individuelles Anpassen ist somit jederzeit möglich.

Zu der von Unterweisern häufig gestellten Frage, wie sie die Informationen wirkungsvoll an die zu unterweisenden Personen weitergeben können, finden sich in Abschnitt 5.3 "Unterweisungsmethoden" verschiedene Vorschläge. Wer zu diesen Themen weitergehende Informationen wünscht, findet diese in der Checkliste 3 des Merkblatts A 024 "Betriebsneulinge" (BGI 5045) und in der BG-Information "Sicherheit durch Unterweisung" (BGI 527).

Praktische Übungen, Methodentraining mit individuellem "Feedback" und weitere Informationen zu diesen Themen werden in Seminaren[2] der BG RCI angeboten. Einige Seminarthemen seien hier genannt:

  • Mitarbeiter wirksam unterweisen – Grundlagen
  • Mitarbeiter wirksam unterweisen: Methodentraining – Aufbauseminar 1
  • Train the Trainer – Ein Seminar für Unterweisungsexperten – Aufbauseminar 2
  • Sicherheit erfolgreich präsentieren – Vermittlung von Präsentationstechniken
  • Gesprächsführung im Arbeitsschutz
  • Methoden der Gesprächsführung im Arbeitsschutz
  • Ausbilder – Multiplikatoren im Arbeitsschutz
[1] Siehe Abschnitt 6 dieses Merkblatts.
[2] Erläuterungen zu den Inhalten, Termine und Anmeldung finden Sie auf den branchenspezifischen Internetseiten.

3 Von den Gefährdungsfaktoren zur Unterweisung

Bei einer bereits vorliegenden Gefährdungsbeurteilung nach Merkblatt A 017 "Gefährdungsbeurteilung – Gefährdungskatalog" (BGI 571) kann direkt mit der Erstellung eine...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Arbeitsschutz Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Arbeitsschutz Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge