Vielfach gehen Unternehmen davon aus, dass man auf das Verhalten außerhalb des Unternehmens keinen Einfluss nehmen könne, insbesondere nicht im Straßenverkehr. Internationale Forschungsprojekte zum "Return on Prevention" haben jedoch gezeigt, dass jeder in Sicherheit und Gesundheit investierte Euro zu rund 2 Euro Nutzen führt. Hinzu kommt, dass durch Bemühungen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu verbessern, nicht zwangsweise die Ausgaben erhöht werden müssen. Entscheidend ist, dass Beschäftigte erkennen, dass sich die Unternehmensführung für die Probleme der Beschäftigten interessiert und sensibel handelt. Hierzu gehört u. a., dass sich Unternehmen und Führungskräfte positionieren, Fehler dazu nutzen, daraus zu lernen, und eine offene Kommunikation auf allen Ebenen und auf Augenhöhe fördern.

Nach Angaben der DGUV zeigen wissenschaftliche Erkenntnisse, dass Ansätze zur Verbesserung der Sicherheitskultur sowie zum Gesundheitsmanagement dazu beitragen, das Risiko für Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte Erkrankungen zu reduzieren . Dies lässt sich auch auf die Teilnahme am Straßenverkehr auf den beruflich bedingten Wegen übertragen. Eine Verbesserung der Sicherheitskultur trägt auch zur sicheren Verkehrsteilnahme bei.

Mit den 6 Handlungsfeldern der Kampagne "kommmitmensch" der gesetzlichen Unfallversicherungsträger werden genau die wichtigen Aspekte betrachtet, die den Aufbau einer wirksamen Präventionskultur unterstützen:

  1. Führung – Die Unternehmensleitung ist entscheidender Impulsgeber
  2. Kommunikation – Miteinander reden ist das A und O
  3. Beteiligung – Erfahrung und das Wissen der Beschäftigten intensiv nutzen
  4. Fehlerkultur – Fehler offen diskutieren und daraus lernen
  5. Betriebsklima – In meinem Betrieb fühle ich mich wohl
  6. Sicherheit und Gesundheit – Selbstverständlich einbeziehen

Auf der Webseite www.kommmitmensch.de stehen Infobroschüren und Praxishilfen mit vertiefenden Informationen zu den 6 Handlungsfeldern zur Verfügung, die eine gute Unterstützung beim Aufbau einer Präventionskultur liefern.

Auch die 7 goldenen Regeln oder Erfolgskriterien der VISION ZERO Kampagne (www.visionzero.global) verdeutlichen, was erfolgreiche Unternehmen getan haben, um eine nachhaltige Präventionskultur zu etablieren. Hierzu gehören:

  • Leben Sie Führung – zeigen Sie Flagge! Führung verdeutlicht, dass die sichere Teilnahme am Straßenverkehr zur Unternehmenskultur gehört. Führung positioniert sich gegenüber den Beschäftigten.
  • Gefahr erkannt – Gefahr gebannt! Unternehmen analysieren, wo die Gefährdungen liegen. Das gilt auch für die tägliche Teilnahme am Straßenverkehr. Wer weiß, wo die Probleme liegen, etabliert zielführende Präventionsmaßnahmen.
  • Ziele definieren – Programm aufstellen! Auf Basis der ermittelten Gefährdungen werden Ziele und Programme aufgestellt, wie diese beseitigt werden können. Ziele und Programme dienen dazu, systematisch vorzugehen und sich selbst zu überprüfen.
  • Gut organisiert – mit System! Jedes Programm ist nur so gut, wie es umgesetzt wird. Vorgehensweisen und Verantwortlichkeiten werden festgelegt. Dabei helfen auch zeitlich definierte Zwischenschritte.
  • Maschinen, Technik, Anlagen – sicher und gesund! Moderne Fahrzeuge und aktuelle Assistenzsysteme unterstützen eine sichere Verkehrsteilnahme. Regelmäßige Wartung unterstützt.
  • Wissen schafft Sicherheit! Wissen über Regeln, Gründe für Regelverletzungen und Wirkungsweisen sind eine Voraussetzung für sicheres Verhalten. Kenntnisse über vorhandene Gefährdungen helfen, Lösungen zur Minimierung zu finden.
  • In Menschen investieren – Motivieren durch Beteiligung! Beschäftigte wissen sehr genau, wo Gefährdungen auftreten und haben Ideen, diese zu beseitigen. Beschäftigte bei der Problemlösung zu beteiligen verspricht großen Erfolg.

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