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Aufgaben und Organisation des Finanzcontrollings

Aufgaben und Organisation des Finanzcontrollings

Die finanzielle Unternehmensführung hat die Existenzfähigkeit des Unternehmens zu erhalten.

Das Finanzmanagement hat alle operativen und strategischen Planungs-, Steuerung- und Kontrollaufgaben zur Sicherstellung der Liquidität unter Beachtung der Rentabilität wahrzunehmen.

Das Finanzcontrolling dient der Unterstützung des Finanzmanagements.

Organisatorisch ist das Finanzcontrolling Teil des CFO-Bereichs. Die organisatorische Ausdifferenzierung ist jedoch stark kontextabhängig.

1 Finanzmanagement und Finanzcontrolling im ­Zusammenspiel

Basis für die nachhaltige Existenz

Die Zahlungsfähigkeit ist die Basis für die nachhaltige Existenz eines Unternehmens. Errichtung, Aufbau, Wachstum und laufende Aktivitäten eines Unternehmens haben die Verfügbarkeit von Finanzmitteln zur unerlässlichen Voraussetzung. Auch der Unternehmenserfolg ist in erster Linie finanzmittelbezogen. Die eingesetzten Finanzmittel sollen durch die Unternehmenstätigkeit vermehrt werden.

Folglich sind Planung, Steuerung und Kontrolle der Finanzmittel eminent wichtige Aufgaben der Unternehmensführung, die einer spezifischen Unterstützung durch das Controlling bedürfen. Es geht um das Zusammenspiel von Finanzmanagement und Finanzcontrolling. Im folgenden Beitrag werden die damit verbundenen Aufgabenstellungen aus der Controlling-Perspektive beschrieben. Drei Themen sind zu klären:

  • Welche Aufgaben hat das Finanzmanagement?
  • Wobei unterstützt das Finanzcontrolling das Finanzmanagement?
  • Wie ist die Organisation des Finanzcontrollings zu gestalten?

2 Die zwei Dimensionen des Unternehmensprozesses

Der Unternehmensprozess besteht aus zwei Strömen, die in entgegengesetzter Richtung verlaufen (s. Abb. 1):

  • der Güterstrom (Input/Output) und
  • der Geldstrom (Einzahlungen/Auszahlungen).

Organisatorisch kann von Leistungsbereich und Finanzbereich gesprochen werden.

Liquidität als Grund­voraussetzung

Die beiden Ströme des Unternehmensprozesses sind untrennbar miteinander verbunden: Der Zahlungsstrom generiert den Güterstrom – und vice versa. Beide Ströme aufeinander abgestimmt ermöglichen die Erreichung der ökonomischen Ziele ("Rentabilitätsstreben") des Unternehmens. Für die Erreichung der ökonomischen Ziele ist Erhaltung der ständigen Zahlungsbereitschaft ("Liquiditätssicherung") des Unternehmens eine "strenge Nebenbedingung". Weitere "Nebenbedingungen" sind die Beachtung von Risiken und die Wahrung der Unabhängigkeit. Der Unternehmensprozess lässt sich als eine Abfolge finanzwirtschaftlicher und leistungswirtschaftlicher Teilprozesse darstellen (s. Abb. 2).

Abb. 1: Der Unternehmensprozess

Abb. 2: Unternehmensprozess als Abfolge finanzwirtschaftlicher und leistungswirtschaftlicher Teilprozesse

Der Cash Conversion Cycle

Die untrennbare Verbindung von Finanzbereich und Leistungsbereich wird in der Praxis aus dem "Cash Conversion Cycle" klar (s. Abb. 3). Dauer und Volumen der leistungswirtschaftlichen Prozesse determinieren die Liquiditätssituation.

Abb. 3: Cash Conversion Cycle

Die finanzielle Führung des Unternehmensprozesses hat einerseits das Rentabilitätsziel mit Fokus auf den Leistungsbereich unter Berücksichtigung der Liquiditätsanforderungen zu verfolgen, andererseits die Liquidität mit dem Fokus auf den Finanzbereich unter Beachtung des Rentabilitätsgesamtziels sicherzustellen.

3 Ziele und Aufgaben des Finanzmanagements

3.1 Grundsatzaufgaben

Finanz­management sichert Ertrags- und Finanzkraft

Der Fokus der finanziellen Unternehmensführung lässt sich wie folgt prägnant beschreiben: "Aufgabe der finanziellen Unternehmensführung ist die Erhaltung der Existenzfähigkeit durch die Sicherstellung der Ertragskraft und der Finanzkraft." Die Sicherstellung der Finanzkraft bedeutet im konkreten die dauerhafte Sicherstellung der Liquidität. "Sie stellt die Kernaufgabe des Finanzmanagements dar." Aus ihr lassen sich drei Teilaufgaben ableiten.

  • Situative Liquiditätssicherung: Hier geht es um die tägliche Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit durch Abstimmung der Zahlungsströme.
  • Kurz- und mittelfristige Finanzierung: Auf dieser Ebene sind der Kapitalbedarf unter Berücksichtigung von Risiken zu ermitteln und die Finanzierung aus dem freien Innenfinanzierungsvolumen und aus Eigen- und Fremdkapital von außen zu realisieren.
  • Strukturelle Liquiditätssicherung: Sicherstellung der strategieadäquaten Finanzstruktur.

In der englischsprachigen Praxis bezeichnet man das Finanzmanagement als "Treasury Function". Der Treasury-Begriff hat allerdings meist eine eher operative Konnotation.

Blazek und Eiselmayer definieren die Aufgaben des Finanzmanagements ähnlich, ergänzen sie aber um einen wichtigen vierten Punkt:

  • "Ausgleich des Spannungsfeldes zwischen Rentabilität und Liquidität."

Aus diesem vierten Punkt folgt:

"Finanzmanagement und damit Finanzcontrolling kann sich nicht auf eine Planung für den Finanzbereich als einen Teilbereich des Unternehmens konzentrieren, sondern muss eine Planung für das Gesamtunternehmen unter dem finanzwirtschaftlichen Aspekt der Zahlungsfähigkeit (Liquidität) sowie der Koordination...

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