12.12.2013
Abschlagsfreie Rente mit 63 und Mütterrente

Diskussion um Rente mit 63 - ist sie ungerecht?

Abschlagsfreie Rente mit 63 und Mütterrente - sind sie ungerecht?
Frauen im Nachteil: mehr Männer mit Anspruch auf Rente mit 63
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Die von der Koalition geplante abschlagsfreie Rente mit 63 wird als ungerecht kritisiert. Deutlich mehr Männer als Frauen erfüllen die Voraussetzungen. Auch Beamte fühlen sich benachteiligt: Sie wollen früher in den Ruhestand gehen und von der Mütterrente profitieren.

Die abschlagsfreie Rente mit 63 ist ein zentraler Punkt im Rentenpaket des Koalitionsvertrags (s. News v. 28.11.2013). Doch sie ist scheinbar ungerecht. Offizielle Zahlen zeigen, wie massiv Frauen bei der von Union und SPD vereinbarten abschlagsfreien Rente mit 63 für langjährig Versicherte gegenüber Männern benachteiligt sind:

Frauen bei Rente mit 63 benachteiligt

Jeder 2. Mann im Alter von 63 bis 65 Jahren erfüllt die Voraussetzung für die geplante abschlagfreie Rente mit 63. Dagegen kann nur jede 7. Frau die erforderlichen Anspruchvoraussetzungen (45 Beitragsjahre) nachweisen. Diese Bilanz beruht auf Zahlen der Bundesregierung und der Deutschen Rentenversicherung aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Sozialexperten der Grünen-Bundestagsfraktion, Markus Kurth.
Kurth kritisierte, dass die Regelung, vor allem dem "Facharbeiteradel" zugute komme, der zudem häufig Anspruch auf eine Betriebsrente habe. Dadurch habe "das Vorhabeneine eklatante soziale Schieflage."

Auch Beamte wollen "Rente" mit 63 und Mütterrente

Auch die Beamten wollen in den Genuss der von Union und SPD vereinbarten abschlagsfreien Rente mit 63 kommen. Der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Klaus Dauderstädt, fordert, dass die Verbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung systemgerecht übertragen werden. "Alles andere wäre sachlich nicht zu begründen und schlicht ungerecht." Zu den zu übertragenden Verbesserungen aus dem Rentenpaket der Koalition zähle auch die bessere Bewertung der Kindererziehungszeiten für die sog. Mütterrente.

Der CDU-Rentenpolitiker Peter Weiß bezeichnete die Forderung des Beamtenbundes, als "logisch", es könne aber insbesondere für die Länder sehr teuer werden.

dpa / Haufe Online Redaktion