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Müde – matt – minderwertig: Burnout?

Entgegen dem Trend der rückläufigen Krankenstände haben sich die psychisch bedingten Arbeitsausfälle in den letzten zwanzig Jahren fast vervierfacht – Tendenz weiter steigend. Fachleute weisen schon seit Jahren auf die Zunahme psychischer Erkrankungen hin. Angststörungen und Depressionen zählen dabei zu den häufigsten Krankheiten.

Beschäftigte in sozialen Berufen wie Ärzte, Pflegepersonal und Feuerwehrleute klagten schon vor Jahrzehnten darüber, "ausgebrannt" zu sein. 1974 gab der amerikanische Psychologe Freudenberger diesem Phänomen in helfenden Berufen den Namen Burnout-Syndrom. In den 90ern machte sich Burnout vermehrt in der Führungsetage breit. Mittlerweile beschränkt sich das Krankheitsbild nicht mehr auf die Chefetage, sondern breitet sich in allen Berufssparten, unabhängig von Geschlecht und Alter, aus.

Wie bei vielen psychischen Krankheiten sind offizielle Zahlen auch für Burnout kaum verfügbar. Beschwerdebilder, die durch aktuelle Zeitströmungen und gesellschaftliche Veränderungen zugenommen oder sich neu definiert haben, sind bisher wenig erfasst. Doch Schätzungen  gehen davon aus, dass in Deutschland bereits jeder sechste darunter leidet. Bei Lehrern sollen es 25 Prozent sein, eine Studie der Universität Potsdam spricht gar von 60 Prozent.

2006 wurde Burnout vom Landgericht München zum ersten – und bislang einzigen – Mal als Berufskrankheit anerkannt. In diesem Streitfall ging es um die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente. Ein Manager hatte auf Anraten von Fachärzten seinen Beruf nach einem Zusammenbruch aufgegeben.







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