28.07.2010 | Arbeitswelt & Unternehmen
Die Gesamtzahl der Niedriglohnbeschäftigten ist im Zeitraum 1998 bis 2008 kontinuierlich gestiegen, teilt das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen mit. Dabei haben vier von fünf Niedriglohn-Beschäftigen eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen akademischen Abschluss.
Die Wissenschaftler der Uni Duisburg-Essen zählen zu den Niedriglohn-Beschäftigten jene Arbeitnehmer, die weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns verdienen. Die Niedriglohn- Schwelle liege im Branchendurchschnitt in Ostdeutschland bei 6,78 Euro pro Stunde, in Westdeutschland seien es 9,50 Euro pro Stunde.
Etwa jeder fünfte Arbeitnehmer (20,8 Prozent im Westen und 20,1 Prozent im Osten) sei 2008 demnach für einen Niedriglohn tätig gewesen. Die Quote habe sich seit 2006 nicht mehr deutlich erhöht, weil die Beschäftigung insgesamt zugenommen habe. Von Niedriglöhnen seien überproportional Minijobber, unter 25-Jährige, befristet Beschäftigte, gering Qualifizierte, Ausländer und Frauen betroffen.
Zahl der höher Qualifizierten über internationalem Durchschnitt
Im internationalen Vergleich ist die Zahl der Niedriglohn-Beschäftigen, die über eine höhere Qualifizeriung verfügen, hoch. Das dürfte zum einen mit dem ausgebauten System der beruflichen Bildung in Deutschland zusammenhängen, die Gruppe gering Qualifizierter sei relativ klein. "Zum anderen könnten zumindest in den letzten Jahren auch die Arbeitsmarktreformen eine Rolle spielen, die den Druck, eine gering bezahlte Tätigkeit anzunehmen, auch für gut Qualifizierte erhöht hat."
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dpa / Haufe Online-Redaktion
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