15.03.2010 | Arbeitswelt & Unternehmen
Als erstes Dax-30-Unternehmen führt die Deutsche Telekom eine Frauenquote ein. Bis Ende 2015 sollen 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen im Unternehmen mit Frauen besetzt sein. Die Regelung gilt weltweit. Personalvorstand Thomas Sattelberger sieht darin eine "betriebswirtschaftliche Notwendigkeit".
Personalvorstand Thomas Sattelberger
Wie Personalvorstand Thomas Sattelberger erklärt, setze die Quote "auf keinen Fall" die Anforderungen an Bewerber für Führungspositionen bei der Deutschen Telekom herunter. Und Telekom-Chef René Obermann bestätigt: "Mehr Frauen in Führungspositionen ist kein Diktat einer falsch verstandenen Gleichmacherei. Es ist ein Gebot der gesellschaftlichen Fairness und vor allem eine handfeste Notwendigkeit für unseren Erfolg. Mit mehr Frauen an der Spitze werden wir einfach besser."
Die bisherigen Maßnahmen zur Frauenförderung seien redlich und gut gemeint gewesen, so Sattelberger, der durchschlagende Erfolg sei aber ausgeblieben. Auf dem neuen Weg sollen die bisherigen Fördermaßnahmen aber auch nicht aufgegeben werden.
Quote soll "gläserne Decke" entfernen
Der Personalvorstand zeigt sich überzeugt davon, dass die Frauenquote eine betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit sei. Studien belegen, dass Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil ein signifikant besseres Unternehmensergebnis und höhere Rentabilität erzielen. Anleger und Fonds achten außerdem verstärkt auf nachhaltiges Wirtschaften, wozu auch die Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen gehört.
Außerdem sei die Frauenquote auch eine kantige Antwort auf die mittelfristige Entwicklung des Arbeits- und Talentmarkts, erklärt Sattelberger. Bereits heute seien beispielsweise rund 60 Prozent der Absolventen von wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen an deutschen Hochschulen Frauen. "Dennoch hindert eine 'gläserne Decke' offensichtlich zu viele weibliche Talente an ihrem Weg nach oben. Mit der Frauenquote werden wir diese Decke durchbrechen", sagt der Telekom-Personalvorstand. Er hoffe darüber hinaus auch auf eine positive Signalwirkung für weibliche Berufseinsteiger.
Wie die Quote umgesetzt wird
Die Umsetzung der 30 Prozent-Quote für Führungspositionen bei der Deutschen Telekom wird systematisch durch Zielwerte beispielsweise bei Neueinstellungen von Hochschulabsolventen, bei Auswahlprozessen, bei Talentpools sowie bei der Teilnahme an Führungskräfte-Entwicklungsprogrammen vorbereitet. So soll schon in den Folgejahren die Zahl der Einstellungen von Absolventinnen dualer Studiengänge und Hochschulabsolventinnen etwa doppelt so hoch wie der Frauenanteil in den jeweiligen Hochschulabschlüssen sein und Jahr für Jahr gesteigert werden. In Führungskräfte-Entwicklungsprogrammen müssen künftig mindestens 30 Prozent Frauen vertreten sein.
Mit der Entscheidung für einen systematischen Aufbau weiblicher Talente in Führungspositionen baut die Deutsche Telekom auch ihr Programm zur Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben aus. So werden Elternzeitmodelle, Teilzeitmodelle für Führungskräfte, flexible Arbeitszeitmodelle und Kinderbetreuungsangebote ausgeweitet sowie praktische Unterstützungsleistungen im Alltag angeboten.
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