Human-Potential-Index: Feinschliff bis Jahresende vereinbart

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29.06.2009 | HR-Management

Die Teilnehmer des Experten-Hearings im Bundesarbeitsministerium haben am vergangenen Freitag die Stärken und Schwächen des Ratingtools "Human-Potential-Index" (HPI) diskutiert und Schritte zu seiner Weiterentwicklung vereinbart. Am Zeitplan für seine Einführung halten die Initiatoren trotz Kritik fest.

Expertenhearing zum HPI im Bundesarbeitsministerium

Präsentation des HPI beim Experten-
Hearing im Bundesarbeitsministerium

An der Anhörung nahmen rund 80 Experten aus Firmen und Verbänden, aus der Wissenschaft und der Beratung sowie Vertreter von Finanzintermediären teil. In den Diskussionen kamen auch Kritikpunkte zur Sprache, die im Vorfeld des Hearings durch den Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger und den Saarbrücker Hochschulprofessor Christian Scholz über die Medien verbreitet wurden. Beide ließen sich in der Runde vertreten.

"Wenn es Einsprüche und Widersprüche gibt: Wunderbar!", betonte bei der Begrüßung Günther Horzetzky, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). "Wir haben hier die Chance, sie gemeinsam konstruktiv anzugehen." Davon machten die Teilnehmer, die im Grundsatz durchweg die Initiative begrüßten, Gebrauch. So sagte Professor Gerold Frick, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP), Mitarbeit und weitere Unterstützung zu. Allerdings dürfe das Ministerium nicht vom "Promotor" zum "Regulator" werden.

Ordnungspolitische Bedenken

Alexander Böhne, Experte für Betriebliche Personalpolitik beim Bund Deutscher Arbeitgeber (BDA), sprach sich gegen Voreiligkeit aus und plädierte dafür, das Instrument erst einzuführen, wenn es von tausend Unternehmen getestet sei. Im zuständigen Arbeitskreis der BDA stoße es derzeit noch auf große Vorbehalte. Auch werde dort die Erwähnung des HPI im SPD-Wahlprogramm irritiert zur Kenntnis genommen.

André Große-Jäger, Projektkoordinator für den HPI im BMAS, versicherte: "Wir sehen uns nicht als Regulatoren, sondern möchten moderieren und Anspruchsgruppen zusammenbringen." Als Fachbeamter achte er zudem darauf, mit dem HPI anschlussfähig an alle regierungsfähigen Parteien zu sein.

Konzpetionelle Empfehlungen

Auf fachlicher Ebene wurden Forderungen erhoben, den HPI stärker an die Unternehmensstrategie anzupassen und mehr Differenzierung zwischen Unternehmensgrößen und Branchen, ja sogar Unternehmensteilen zuzulassen. Ein eigenes Tool für den Mittelstand mit einem reduzierten Indikatorenkatalog forderte HPI-Konstrukteur Andreas Schubert von YouGov-Psychonomics. Er übergab, wie er es nannte, den "Rohdiamanten" HPI mit diesem Tag der Öffentlichkeit "zum Feinschliff". Dieser soll in vier Arbeitsgruppen bis zum Jahresende erfolgen. Für die Arbeitsgruppen trugen sich die Teilnehmer – darunter auch die Kritiker – zahlreich ein.

HPI-Infrastruktur und weiteres Vorgehen

Zeitgleich soll eine Infrastruktur aufgebaut werden, auf deren Basis der HPI 2010 in die Fläche getragen werden kann. So soll es jenen, die die HPI-Ergebnisse für die Außendarstellung nutzen möchten, möglich sein, die Managementbefragung noch durch eine "externe Assurance" zu flankieren. Damit soll auch den begründeten Vorbehalten begegnet werden, die Befragungen könnten leicht manipuliert werden. Dritte sollen nach festgelegten Prüf- und Qualitätskriterien die Korrektheit der Angaben bestätigen.

Zudem soll ein Beirat gebildet werden, der die Aktionen zum HPI überwacht. Der Betrieb der Datenbank wird in den nächsten Wochen öffentlich ausgeschrieben. Auch werden noch Partner für diverse Service-Center mit Help-Desk, die die Datenerhebung begleiten, sowie Partner für die Qualifizierung der HPI-Anwender gesucht.

Ergänzungen zur Managementbefragung

Schließlich stellten die Initiatoren vom BMAS auch noch die Möglichkeit in Aussicht, die Selbstbewertung durch zwei "Commitment Assessments", nämlich einer Befragung der Mitarbeiter und einer Bewertung des Top-Managements, zu flankieren. Trotz dieses ambitionierten Projektumfangs und der Warnung vor überstürztem Vorgehen betonte Projektleiter Große-Jäger, am straffen Zeitplan festhalten zu wollen: "Es bleibt beim Start Januar 2010. Bis 2012 wollen wir tausend Anwender gefunden haben."

 

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Lesen Sie hierzu auch:

linkArrowHeadTransp.gifKausalität oder Korrelation? Die offene Flanke des HPI

linkArrowHeadTransp.gifHuman-Potential-Index: Massive Kritik im Vorfeld des Expertenhearings

linkArrowHeadTransp.gifPräsentation zum HPI



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