Ralf E. Geiling
06.12.07, 12:55 Uhr
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Oftmals wird im Verlaufe von Beratungs- und Verkaufsgesprächen zur Einführung einer Betriebsrentenversorgung per Entgeltumwandlung dem Personalentscheider/ Unternehmer vermittelt, dass auch der Arbeitgeber einen wesentlichen monetären Vorteil durch die Einsparung von Arbeitgeber-Sozialversicherungsbeiträgen dadurch erzielt, dass er diese nicht mehr abzuführen habe. Als Wirtschaftsjournalist frage ich mich, ob diese Auffassung zutreffend ist. Welche Erfahrungen haben Sie als Personalverantwortlicher oder Unternehmer tatsächlich gemacht?
Hat das Unternehmen davon tatsächlich einen finanziellen Vorteil oder verbirgt sich dahinter vielleicht nur eine so genannte Milchmädchenrechnung?
Wenn der Arbeitgeber das Geld für sich behält, welche monatlichen Kosten für die Kontenverwaltung der Entgeltumwandlung der Mitarbeiter stehen diesen Einsparungen gegenüber; beispielsweise bei einem kleinen Unternehmen mit nur wenigen Begünstigten und bei einem Großunternehmen, bei dem für die Mehrzahl der Mitarbeiter eine Betriebsrente per Entgeltumwandlung abgeschlossen wurde?
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Ralf Butzkow
06.12.07, 19:07 Uhr
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M. E. hängt die Frage, ob der Verwaltungsaufwand einer Entgeltumwandlung den SV-Einsparungseffekt egalisiert maßgeblich von der Abrechungssoftware und dem gewählten Durchführungsweg ab. Mit einem guten Programm ist der Aufwand der Verwaltung und Abrechnung beispielsweise einer Direktversicherung nicht höher als der Aufwand welcher mit einem klassischen Bausparvertrag verbunden ist. Allerdings bin ich persönlich der Meinung, dass der zu erzielenden Kosteneinsparungseffekt eher nachrangig ist. Vielmehr sollte beim Thema Entgeltumwandlung und auch Zeit- bzw. Wertkonten die Tatsache im Vordergrund stehen, dass die Rente mit 67 und der Auslauf der Altersteilzeit insbesondere Unternehmen mit einem hohen Anteil von Mitarbeitern im gewerblich technischen Bereich vor große (finanzielle) Probleme stellen wird. Möchte man als Arbeitgeber dieses Risiko nicht gänzlich alleine tragen, sollte man ernsthaft in Erwägung ziehen, das Thema BAV zu forcieren.
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11.01.08, 18:03 Uhr
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Hinsichtlich Betrieblicher Altervorsorge gibt es für den Arbeitgeber viele problematische Baustellen. Gerade die Nichtabführung (Einsparung von Sozialabgaben) könnte genauso wie das Thema Wertgleichheit für den Arbeitgeber ein Bumerang werden. Wird der Arbeitnehmer darüber informiert, dass durch die Einzahlungen in eine Gehaltsumwandlung auch die Ansprüche an die gesetzlichen RV reduziert werden, dito KV und AV? Die Nichtzahlung der Arbeitgeber -Sozialversicherungsanteile kommt somit einer indirekten Lohnkürzung gleich.
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Thorsten Ciebilski
14.01.08, 16:10 Uhr
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Ich denke schon, dass man auf die Entgeltumwandlung nicht mehr verzichten kann. Ja, die Beiträge zur Rentenversicherung werden geringer (weil sich ja auch das RV-pflichtige Entgelt reduziert). Aber: Bei einer Entgeltumwandlung bekomme ich heute eine garantierte Rente zugesichert. Diese kann nicht (einseitig) aufgrund von Änderungen bei der gesetzl. Rente geändert werden. Zum Aufwand haben wir zwei Modelle im Einsatz: Einmal über einen Makler und einmal direkt über eine Pensionskasse. Grundsätzlich ist ein guter Makler unentbehrlich. Der Verwaltungsaufwand - direkt über eine Pensionskasse - ist maxinal unerfreulich.
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Harri Schultze
28.01.08, 23:02 Uhr
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Jetzt wo die Entgeltumwandlung weiterhin sozialversicherungsfrei bleibt, handelt es sich um den meist geförderten Weg um gegen die Lücke der gesetzlichen Rentenversicherung anzusparen. Damit sollte es nicht nur ein Lohnnebenkostensenkungsthema beim Unternehmer sein, sondern schon aus Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter ein Muss sein.
Mit dem richtigen Partner für die Umsetzung, der richtigen Beratung für Unternehmer und die Mitarbeiter, kann der administrative Aufwand auf ein Minimum reduziert werden. Der Arbeitsaufwand bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung ist einmalig und sehr überschaubar. Demgegenüber steht jedoch die mögliche Lohnnebenkosteneinsparung von bis zu ca. 40 Euro pro Mitarbeiter und Monat(je nach Krankenkassensatz des Mitarbeiters).
Aus meiner Sicht sollten Unternehmer und Mitarbeiter anstatt über hohe Lohnnebenkosten am Standort Deutschland und die großen Rentenlücke zu jammern, erst einmal die Geschenke vom Staat abholen. Das ewige Vorschieben von zu hohem administrativem Aufwand ist aus meiner Sicht oft nur eine Ausrede aus Mangel an Kenntnis der Möglichkeiten.
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