Ihre Meinung zu ELENA?

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20.09.10, 14:21 Uhr von B. Schröder

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Thomas Muschiol
12.01.10, 09:13 Uhr
Das neue ELENA-Verfahren macht Schlagzeilen. Schon kommen die ersten Meldungen von Softwarehäusern, dass ELENA-Meldungen noch nicht oder nur teilweise verarbeitet werden. Hintergründe dazu finden Sie auf diesem Portal sowie im aktuellen Personalmagazin.

Gerne würde ich Ihre Meinung zum Thema und Ihre Erfahrungen mit dem neuen Meldesystem erfahren. Vor allem über die Frage, wie Ihr Engeltabrechnungsprogramm die neuen Datenfelder verarbeitet hat. Schreiben Sie uns auch, wie hoch Sie den zusätzlichen Aufwand einschätzen, den Ihnen ELENA beschert hat. Antworten Sie einfach auf diesen Eintrag und tragen Sie dazu bei, dass die Praxisprobleme dieses Verfahrens publik werden.

Mit den besten Grüßen,

Thomas Muschiol

Rechtsanwalt, Leiter Ressort Recht >>personalmagazin< <
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Matthias Hofer
13.01.10, 13:52 Uhr
Unser Softwarehersteller hat uns mitgeteilt, dass die Server der ZSS noch nicht zur Verfügung stehen, somit das neue Programmrelease für 2010 noch nicht getestet werden konnte und uns deshalb empfohlen, die Januar-Abrechnung noch mit dem Programmstand 2009 zu fahren. Wenn die Angaben unseres Softwareanbieters stimmen (wovon wir ausgehen), dann wurde hier versäumt, die für ELENA benötigte Infrastruktur rechtzeitig zur Verfügung zu stellen.
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Sabine Brandl
14.01.10, 16:09 Uhr
In einem Online-Seminar von Lexware am 07.01.10 hat der Referent auf die Frage "ob man die Arbeitsstunden komplett oder getrennt nach Fehlzeiten melden soll" geantwortet:

Auf dem letzten Bescheid der Berufsgenossenschaft steht diese Info drauf - jede BG will es anders. Bei den BG's nachfragen.

Ich habe diese Woche etwa 1 Stunde mit verschiedenen Berufsgenossenschaften telefoniert. Die meisten haben mich gefragt "was ist ELENA".

Ergebnis: der Referent von Lexware hat Quatsch erzählt. Die Berufsgenossenschaften wissen von gar nichts und konnten auch keine Antwort geben, wie die monatliche Meldung der Stunden auszusehen hat.
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Yvonne Barth
14.01.10, 16:10 Uhr
Als Maßnahme zur Anpassung an Elena mussten von seiten des Softwareanbieters diverse Änderungen vorgenommen werden. Die programmtechnische Umsetztung scheint zunächst einmal ganz gut geklappt zu haben.
ABER: auf den Arbeitgeber kommen erhebliche Kosten bzgl. Elena zu. So verlangt unser Anbieter pro Übertragung eines Datensatzes 0,40 EUR. Zusätzlich musste der Lohnartenrahmen Elena-tauglich angepasst werden. Die Kosten mussten auch vom AG getragen werden.
Darüber hinaus kommen auf die Sachbearbeiter ein hoher Erfassungsaufwand zu. So mussten sämtliche Ausbildungdaten nachgetragen werden. Auch sind viele Dinge nicht durchdacht. Hier ein Beispiel: der AG muss für eine termingerechte Übermittlung der SV-Beiträge die Löhne sehr früh schätzen; d.h. die Abrechnung steht eigentlich schon zum 22. eines laufenden Monats. Muss nun ein Mitarbeiter wegen Erkrankung des Kindes zu Hause bleiben, muss u.U. ein bereits abgerechneter Monat zurückgerechnet werden um der Anforderung, dass jeder unbezahlte Tag zu melden ist nachzukommen. Bisher konnte der AG einfach nur den Lohn kürzen - und dies zur Not auch im Folgemonat. Das geht nun nicht mehr.

In unserem Betrieb werden schätzungsweise 20 Bescheinigungen pro Jahr fällig. Derzeit sind ca. 130 Mitarbeiter beschäftigt. Für eine Bescheinigung benötigt ein routinierter Sachbearbeiter vielleicht 10 Minuten. Ergibt einen zeitlichen Aufwand von ca. 200 Minuten. Das sind aufgerundet 4 Stunden was einen finanziellen Aufwand von ca. 80 EUR bedeutet hat.
Nach Elena müssen wir jährlich 130*0,40EUR*12Monate=624 EUR bezahlen. Plus des Verwaltungsaufwandes für die Pflege der Elenadaten.

Für mich ist das der Aufreger des Jahres. Der Einleitungssatz auf der Webseite von Elena "Mit dem ELENA-Verfahrensgesetz vom 28. März 2009 wurde vom Gesetzgeber ein Verfahren beschlossen, das Anträge auf Sozialleistungen künftig wesentlich vereinfacht und beschleunigt." ist der blanke Hohn.
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Irmgard Egger
14.01.10, 16:47 Uhr
Ich bearbeite in meiner Steuerkanzlei eine Vielzahl von Lohnabrechnungen. Der monatliche Erfassungsaufwand ist gigantisch. Für welchen Nutzen ?
Ich habe ein generelles Problem mit der Datenübermittlung.
Uns wird durch das Datenschutzgesetz auferlegt, dass wir den Grundsatz der Datenarmut zu beachten haben. Bei Elena werden monatlich Millionen überflüssiger Daten bereitgestellt. Wo bleibt hier der Datenschutz.
Als Steuerberater erfahre ich die zu meldenden Daten oft verspätet, bzw der Mandant teilt mir nach erfolgter Meldung mit, die Lohnabrechnung ist zu korrigieren, weil noch dies oder das berücksichtigt werden muss.
Aussagen zu Daten über die Kündigung habe ich bisher nie von meinem Mitarbeitern ausfüllen lassen. Dies hat immer der Arbeitgeber selbst gemacht. Oft ist ungeklärt ,ob gesetzliche Fristen gelten oder ob doch eine Tarifbindung vorliegt. Das angebene Datum der Kündigung stimmt in vielen Fällen auch nicht. Also muss man sich dies in Zukunft von Arbeitgeber alles schriftlich geben lassen.
Und wie kann ich meinen zusätzlichen Aufwand meinen Mandanten weiterberechnen ?
Vielleicht kann ich meine Honaorarrechnung an die Bundesregierung senden. Die kann sich ja die eingesparten Millionen von den entlasteten Arbeitgebern holen! Vielleicht bekomme ich da auch die Kosten für den Schulungsaufwand Lohnseminar Kosten 120 € pro Mitarbeiter erstattet!
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Andreas Eller
14.01.10, 17:45 Uhr
Das ganz ist ein glatter Wahnsinn, eine Ausgeburt von frustrierten Beamtenköpfe. Die mündige Zivilbevölkerung sollte das ganze boykottieren. Der Verwaltungsapparat wird noch mehr aufgeblasen. Ich sehe die Umsetzung relativ locker und lasse mich von diesen sinnlosen und in der Praxis teilweise gar nicht vernüftig umsetzbaren Vorschriften nicht "narrisch" machen. Ich erwarte in den nächsten Monaten noch einige Änderungen und "Reperaturen" am System.
Allen Betroffenen wünsche ich wenig Ärger mit dem ELENA-Wahnsinn.

Andreas Eller
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Joachim Neumeister
14.01.10, 19:47 Uhr
Vorweg: Ich habe einen langjährigen Mitarbeiter.

Und nun kommt also die Maßnahme zum Bürokratieabbau: ELENA. Eingangs habe ich bei der ersten Abrechnung über 4 Stunden gebraucht, um mich schlau zu machen, das Übertragungssystem sv.net zu installieren und anzuwenden. In der Zukunft bin ich dann bestimmt schneller; eine kostenpflichtige professionelle ELENA-Lösung dürfte sich eigentlich nicht lohnen. Dennoch wird es mich jeden Monat eine Überwindung kosten, die Daten aus dem Lohnprogramm ins ELENA-Programm zu übertragen.

Wo werde ich bei etwas entlastet, was ich in der Vergangenheit nicht gebraucht habe und wahrscheinlich in der Zukunft einmal brauchen werde? Seit Jahre mußte ich keine Bescheinigung ausfüllen, die nicht schon im Programm der Lohn-Softwareanbieter enthalten war. Währenddessen habe ich viel Zeit - oder Geld für eine zu bezahlende Lohnprogrammlösung.

Der Staat spart und die Arbeitgeber zahlen dafür. Es ist das erste Mal, dass ich darüber nachgedacht habe, meine Arbeit ohne Mitarbeiter zu erbringen. In jedem Fall ist ELENA ein zusätzlicher Zeitfresser und für mich ein BÜROKRATIEMONSTER.

J. Neumeister - Beratungsstellenleiter eines Lohnsteuerhilfevereins
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Almuth Klatt
14.01.10, 20:19 Uhr
Ich stimme allen vorherigen Beiträgen vollumfänglich zu. Arbeits- und kostenintensiv, das ist ELENA. Wir zahlen übrigens 39 ct pro Abrechnung(!) zusätzlich und liegen damit anscheinend noch am unteren Ende der Skala. Wer früher viele Bescheinigungen erstellen musste, hatte doch längst seine Software angepasst. Das hätte man doch wunderbar weiterentwickeln können, so dass das Formular bei Bedarf online ans Amt geschickt wird. SV-net funktioniert doch auch.
Gerade komme ich von einem Seminar und habe erfahren, dass der Geburtsort zu den Pflichtfeldern gehört, selbst wenn die RV-Nr. vorliegt. Hmm, na, dann werde ich mal den kommenden Mittwoch erwarten und schauen, ob und wieviele Fehlermeldungen bei meiner Januar-Abrechnung aufgelaufen sind.... :-(
Unfassbar ist für mich übrigens, dass das juristische Kernproblem (m.E. handelt es sich um eine lupenreine Vorratsdatenspeicherung) an allen Bevölkerungsschichten und Berufsgruppen anscheinend völlig vorbei geht. Selbst Anwälte sind mit entsprechenden Fragen überfordert. Da
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Adriane Madl
15.01.10, 09:53 Uhr
Pro ELENA-Meldung EUR 0,40 zu nehmen finde ich unverschämt - womit übermitteln Sie?
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Jens Hartmann
15.01.10, 11:46 Uhr
> Ich bearbeite in meiner Steuerkanzlei eine Vielzahl von
> Lohnabrechnungen. Der monatliche Erfassungsaufwand ist
> gigantisch. Für welchen Nutzen ? Ich habe ein generelles
> Problem mit der Datenübermittlung. Uns wird durch das
> Datenschutzgesetz auferlegt, dass wir den Grundsatz der
> Datenarmut zu beachten haben. Bei Elena werden monatlich
> Millionen überflüssiger Daten bereitgestellt. Wo bleibt hier
> der Datenschutz. Als Steuerberater erfahre ich die zu
> meldenden Daten oft verspätet, bzw der Mandant teilt mir nach
> erfolgter Meldung mit, die Lohnabrechnung ist zu korrigieren,
> weil noch dies oder das berücksichtigt werden muss. Aussagen
> zu Daten über die Kündigung habe ich bisher nie von meinem
> Mitarbeitern ausfüllen lassen. Dies hat immer der Arbeitgeber
> selbst gemacht. Oft ist ungeklärt ,ob gesetzliche Fristen
> gelten oder ob doch eine Tarifbindung vorliegt. Das angebene
> Datum der Kündigung stimmt in vielen Fällen auch nicht. Also
> muss man sich dies in Zukunft von Arbeitgeber alles
> schriftlich geben lassen. Und wie kann ich meinen zusätzlichen
> Aufwand meinen Mandanten weiterberechnen ? Vielleicht kann ich
> meine Honaorarrechnung an die Bundesregierung senden. Die kann
> sich ja die eingesparten Millionen von den entlasteten
> Arbeitgebern holen! Vielleicht bekomme ich da auch die Kosten
> für den Schulungsaufwand Lohnseminar Kosten 120 € pro
> Mitarbeiter erstattet!

Teilweise stimme ich diesem Beitrag zu, muss aber die Gierigkeit der Steuerberater anmerken. Ständig wird nach neuen Ausreden gesucht, die Rechnungen zu erhöhen. Schließlich müssen die Mitarbeiter (im übrigen auch die Steuerberater) sowieso geschult werden. Ausserdem muss ja für die Gehaltsabrechnungen auch was gemacht werden. Als ehemaliger langjähriger Mitarbeiter in verschiedenen Steuerbüros wurden die Bescheinigungen auch immer ausgefüllt und in der Regel war dies auch im Rechnungspreis enthalten. Also meine ich, das gerade die Steuerberater viel sparen und das eingesparte Geld den Mandanten zurückgeben sollten!!!


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