09.12.2011
Arbeitsrecht

Schwerbehinderte haben Anspruch auf Zusatzurlaub

Fünf zusätzliche Urlaubstage im Jahr können Schwerbehinderte grundsätzlich geltend machen. Lesen Sie, welche Besonderheiten hier zu beachten sind, zum Beispiel, wenn die Schwerbehinderteneigenschaft nicht während des gesamten Jahres besteht.

Ein bezahlter Zusatzurlaub von fünf Arbeitstagen im Urlaubsjahr steht schwerbehinderten Menschen (nicht Gleichgestellten) bei der 5-Tage-Woche zu, soweit nicht tarifliche, betriebliche oder sonstige Urlaubsregelungen einen längeren Zusatzurlaub für Schwerbehinderte vorsehen.

Bei der 6-Tage-Woche beträgt der Zusatzurlaub sechs Arbeitstage, bei der 4-Tage-Woche vier Arbeitstage (§ 125 SGB IX).

Der Zusatzurlaub ist auf den Urlaub aufzustocken, den ein nicht schwerbehinderter Arbeitnehmer unter sonst gleichen Bedingungen und Voraussetzungen erhält.

 

Keine durchgängige Schwerbehinderteneigenschaft

Besteht die Schwerbehinderteneigenschaft nicht während des gesamten Kalenderjahrs, hat der Schwerbehinderte für jeden vollen Monat der im Beschäftigungsverhältnis vorliegenden Schwerbehinderteneigenschaft einen Anspruch auf ein Zwölftel des Zusatzurlaubs (§ 125 Abs. 2 SGB IX). Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, werden auf volle Urlaubstage aufgerundet.

 

Schwerbehinderteneigenschaft rückwirkend festgestellt

Wird die Schwerbehinderteneigenschaft rückwirkend festgestellt, hat der Schwerbehinderte für jeden vollen Monat, in dem die Schwerbehinderteneigenschaft besteht, Anspruch auf ein Zwölftel des Zusatzurlaubs (§ 125 Abs. 2 SGB IX). Der Zusatzurlaub aus dem vorangegangenen Urlaubsjahr kann jedoch nicht beansprucht werden, es sei denn der Arbeitnehmer hat den Anspruch bereits im vorangegangenen Jahr, d. h. während des Feststellungsverfahrens gegenüber dem Arbeitgeber ausdrücklich geltend gemacht.

 

Haufe Online Redaktion

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