27.01.2011
Controllerpraxis

Controlling-Prozessmodell: Neuer Standard für Controlling-Organisation

Die Prozessorientierung unterstützt eine effizientere Unternehmenssteuerung. Um dies auch für den Controlling-Bereich zu ermöglichen, hat ein Arbeitskreis der International Group of Controlling (IGC) einen Standard für ein Controlling-Prozessmodell erarbeitet.

Defizit bei Controlling-Modell gab den Anstoß

Das Prozessmanagement ermöglicht, die Effizienz und Effektivität von Prozessen zu verbessern, indem z. B. Durchlaufzeiten reduziert und die Flexibilität erhöht werden. Die Unternehmen haben erkannt, dass sie durch eine prozessuale Steuerung ihre Wirtschaftlichkeit steigern können. Für Funktionen wie Logistik, Marketing oder Vertrieb haben sie dies bereits umgesetzt. Für die Prozesse des Controllings fehlte bisher jedoch ein derart standardisiertes Prozessmodell.

Arbeitsgruppe der IGC erarbeitet Standardmodell

Um diese Lücke zu schließen, hat die International Group of Controlling (IGC) die Entwicklung des Controlling-Prozessmodells initiiert. Das Controlling-Prozessmodell soll einen branchenübergreifenden Standard für Controlling-Prozesse in Unternehmen darstellen und die Etablierung eines einheitlichen Controlling-Verständnisses weiter vorantreiben. Es wurde im letzten Jahr von einem Arbeitskreis mit Vertretern aus der Industrie, der Controlling-Weiterbildung und der Beratung erarbeitet.

Unter der Leitung von Dr. Uwe Michel, Senior Partner und Leiter des Competence Centers Controlling und Finanzen bei Horváth & Partners, haben folgende Experten mitgewirkt:

  • Dipl.-Kffr. Jana Heimel, Managing Consultant und Projektleiterin CFO-Panel bei Horváth & Partners,
  • Dipl.-Betriebsw. Peter Löhnert, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Controlling der Sick AG
  • Dipl.-Kfm. Jens Ropers, Trainer und Partner der CA Controller Akademie AG,
  • Mag. Hubert Tretter, Mitglied der Geschäftsleitung und CFO der Brau Union Österreich AG,
  • Mag. Mirko Waniczek, Senior Manager der Contrast Management-Consulting.

Das Modell orientiert sich an den von IGC und Internationalem Controller Verein (ICV) formulierten Qualitätsstandards für das Controlling (DIN SPEC 1086) und definiert Controlling entsprechend als Management-Prozess der Zielfestlegung, Planung und Steuerung.

Der Aufbau des Prozessmodells

Das Controlling-Prozessmodell ist hierarchisch aufgebaut. Ausgehend von dem Geschäftsprozess „Controlling“ auf Ebene 1, behandelt die Broschüre die Controlling-Hauptprozesse (Ebene 2) im Wesentlichen bis auf die Ebene der Teilprozesse (Ebene 3). Ebene 2 umfasst zehn Controlling-Hauptprozesse.

Alle Controlling-Hauptprozesse werden ausführlich auf der Ebene der Teilprozesse (Ebene 3) beschrieben. Die Darstellung der Ebene 2 erfolgt in Prozesstemplates, die Prozessanfang und -ende, Prozessinput und -output sowie die Teilprozesse (Ebene 3) eines jeden Hauptprozesses definieren. Die Ebene 4 wird anhand des Hauptprozesses "Management Reporting" beispielhaft abgebildet.

Controlling-Prozessmodell jetzt als Broschüre im Haufe-Verlag erschienen

Diesen Standard hat die IGC nun als Leitfaden "Controlling-Prozessmodell" im Haufe-Verlag veröffentlicht. Die Broschüre gibt den Controllern einen praxisgerechten Leitfaden an die Hand, wie sie Controlling-Prozesse überprüfen, gestalten und optimieren können. Sie ist aber ebenso empfehlenswert für Verantwortliche außerhalb des Controllings, um die Controlling-Prozesse nachvollziehen und das eigene Handeln auf diese abstimmen zu können. Daher ist die Broschüre ebenso gut geeignet für Accountants (als „Zulieferer“ des Controllings) sowie für Manager, die Controlling-Leistungen in Anspruch nehmen. Zudem soll die Broschüre Diskussionen und Konzepte im wissenschaftlichen Bereich anregen.

Controlling-Prozessmodell

Hrsg.: International Group of Controlling

62 Seiten

24, 80 €

ISBN 978-3-648-1409-7

Weitere Infos und Bestellmöglichkeit unter

www.haufe.de/controlling-prozessmodell

sowie im Buchhandel.

Haufe Online Redaktion