



14.05.2010 | Controller Praxis
Nach dem letzten Krisenjahr gewinnen in 2010 Gehaltsverhandlungen im Finanzwesen wieder an Bedeutung. Neben einem aktuellen Gehalts-Check für Finanzmanager werden auch die sieben Todsünden bei Gehaltsverhandlungen aufgezeigt.
Gehaltsentwicklungen im Krisenjahr 2009
Die Wirtschaftskrise ist am Arbeitsmarkt nicht spurlos vorbeigegangen. Fach- und Führungskräfte stellen sich daher die berechtigte Frage, welchen Einfluss die Wirtschaftskrise auf ihre Gehaltsentwicklung genommen hat. Zu den Branchenverlierern gehört die Kosmetikindustrie, in der die Gehälter im Vergleich zum Branchendurchschnitt um 2,7% sanken. Allerdings ist dies ein Rückgang auf hohem Niveau. Denn trotz der Minderung verdienen die Angestellten in der Kosmetikindustrie nach wie vor 3,8% mehr als der Durchschnitt. Leichte Gehaltsverschlechterungen mussten auch Beschäftigte in anderen Branchen hinnehmen. Dazu zählen die Bereiche
Allerdings gab es trotz der Krise auch positive Gehaltsentwicklungen. Signifikante Gehaltssteigerungen traten allerdings nur in der Pharmaindustrie mit einem Plus von 4,3% auf. Moderate Steigerungen konnten in
erzielt werden. Insgesamt gesehen war der Einfluss der Krise auf die Gehaltsstrukturen jedoch moderat und im Vergleich zu den Vorjahren wenig signifikant.
Gehalts-Check für Manager im Finanzwesen
Die Führungskräfte deutscher Finanzabteilungen profitieren vom wirtschaftlichen Aufschwung, da Unternehmen wieder verstärkt in gut ausgebildete Mitarbeiter investieren. Ganz oben steht das Gehalt des kaufmännischen Leiters mit 79.560 €, gefolgt von Führungskräften im Finanz- und Rechnungswesen und Controlling. Die unten stehende Tabelle gibt einen detaillierten Überblick über die Gehaltsstrukturen im Finanzwesen.
Die sieben Todsünden der Gehaltsverhandlung
Während in der Wirtschaftskrise die Arbeitsplatzsicherheit für viele Beschäftigte im Finanzwesen an erster Stelle stand, gewinnen in Zeiten des Aufschwunges Gehaltsverhandlungen wieder an Bedeutung. Sieben zentrale Fehler sollten bei Gehaltsverhandlungen unbedingt vermieden werden.
(1) Falsche Argumente anbringen
Die Forderung nach einem höheren Gehalt sollte gut und sachlich begründet sein. Fach- und Führungskräfte im Finanzwesen sollte sich zur Vorbereitung in die Lage des Arbeitgebers versetzen: Für den Arbeitgeber zählt einzig und allein der Beitrag eines Mitarbeiters zum Unternehmenserfolg. Private Gründe sollten also besser vermieden werden.
(2) Schlecht vorbereitet sein
Eine logische Argumentationskette sollte jeder parat haben. Auch die eigenen Vorzüge sollte jeder konkret benennen können. Dazu können beispielsweise mehr Personalverantwortung, ein umfangreicherer Aufgabenbereich oder ein überaus erfolgreiches Projekt gehören.
(3) Kein konkretes Ziel nennen
Konkrete Vorstellungen über den eigenen Gehaltswunsch sollte man unbedingt in eine Gehaltsverhandlung mitbringen. Der Vorgesetzte wird sicher danach fragen.
(4) Zu hoch pokern
Bei Gehaltsverhandlungen gilt es Augenmaß zu wahren und ein gutes Gespür für das „Machbare“ zu entwickeln. Natürlich ist es möglich, dass der Gegenüber versuchen wird, „den Preis zu drücken“. Daher kann die Forderung ruhig etwas höher sein als die gewünschte Gehaltserhöhung. Jedoch wirft ein vollkommen unrealistischer Gehaltswunsch auch ein schlechtes Licht auf einen selber und kann die Chance auf ein höheres Gehalt gänzlich verderben.
(5) Sich unter Wert verkaufen
Im Gegensatz zum oberen Punkt verkaufen sich einige Kandidaten auch unter Wert. Allerdings ist dies nicht unbedingt ein Vorteil. Innerhalb eines realistischen Gehaltswunsches entscheiden sich Personaler für den geeignetsten Kandidaten, nicht für den günstigsten. Es kommt ein weiterer Aspekt hinzu. Wenn man mit einem deutlich niedrigeren Gehalt einsteigt, wird es zahlreiche weitere Gehaltsverhandlungen dauern, bis ein gewünschtes Gehaltslevel erreicht wird.
(6) Den Verhandlungspartner erpressen
Niemand lässt sich gerne erpresse, schon gar nicht der eigene Chef. Die mehr oder weniger direkt formulierte Drohung „Entweder ich erhalte eine Gehaltssteigerung um den Betrag X oder ich gehe“ kann für den Kandidaten schnell negative Konsequenzen mit sich bringen. Zu bedenken ist auch, wie wichtig die eigene Leistung für den Vorgesetzten ist. Der Chef ist sich bewusst, dass sich ein sehr guter Kandidat nicht lange mit Absagen zufrieden gibt, sodass seine Verhandlungsbereitschaft steigen wird.
(7) Falschen Zeitpunkt wählen
Der richtige Zeitpunkt ist mitentscheidend für den Erfolg oder Misserfolg einer Gehaltsverhandlung. Ungünstig sind wirtschaftlich schwierige Zeiten für das Unternehmen oder die gesamte Branche ebenso wie eher informellere Anlässe wie Firmenfeste.
Grundlagen des Artikels
Der Beitrag beruht Veröffentlichungen der Jobbörse StepStone und den Daten von PersonalMarkt 2009. Die Daten wurden auf www.stepstone.de veröffentlicht.
StepStone/Julia Kornacker
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