



05.03.2010 | Wirtschafts - Panorama
Europäischen Unternehmen zahlen nur wenig höhere Löhne als im Vorjahr. Das zeigt die Untersuchung "From Recession to Recovery" von Towers Watson. Weiteres Ergebnis: Ein besonderes Augenmerk der Personalprogramme liegt auf der Gewinnung, Förderung und Bindung von Talenten.
Im Fokus der Personaler: Die Talente.
Die Wirtschaftskrise wirkt sich weltweit auf das Personalmanagement und die Vergütungsprogramme der Unternehmen aus. In europäischen Unternehmen glaubt die Hälfte, dass Boni und Prämien im kommenden Jahr sinken werden. Zum Vergleich: In den USA rechnen alle Befragten mit geringeren variablen Vergütungen. Für 2010 kalkulieren die meisten Unternehmen mit nur leichten Gehaltszuwächsen. Unter Ausschluss der Unternehmen, die 2009 Nullrunden vornehmen mussten, erwarten europäische Firmen Gehaltszuwächse von rund zwei Prozent (USA: 2,8 Prozent).
Talente nur schwer zu halten
Leistungsträger und talentierte Mitarbeiter im Unternehmen zu halten – das steht auch 2010 im Fokus. Jedoch geht die Hälfte der europäischen Unternehmen von schwierigeren Bedingungen als im Vorjahr aus. Dies ist vor allem auf die Belebung des Arbeitsmarkts zurückzuführen. Trotz der anziehenden Wirtschaft rechnen 40 Prozent der Unternehmen in Europa mit einer gleichbleibend schwierigen Situation bei der Bindung von High Potentials.
Höhere Produktivität
Trotz Entlassungswellen in den Vorjahren konnten die europäischen Unternehmen die Produktivität ihrer Mitarbeiter konstant halten. 54 Prozent der Befragten geben sogar an, dass die Produktivität in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen ist. Für das kommende Jahr gehen 57 Prozent der europäischen Personalleiter von einer weiter steigenden Wertschöpfung aus. Unternehmen arbeiten also zunehmend effizienter. Dies könnte ein Grund dafür sein, weshalb sich eine verbesserte wirtschaftliche Lage nicht unmittelbar auf dem Arbeitsmarkt widerspiegelt.
Finanzkrise wirkt sich in Europa nicht auf bAV aus
Als Folge der Finanzkrise und den damit einhergehenden Lohnkürzungen reduzierten letztes Jahr weltweit viele Arbeitnehmer ihre Beiträge in die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Europäische Mitarbeiter kürzten die entsprechenden Einzahlungen dagegen nur in Ausnahmefällen (1 Prozent). Auf Arbeitgeberseite zeigt sich ein ähnliches Bild: Fast ein Viertel der befragten US-Unternehmen kürzten ihre Beiträge, im Gegensatz dazu 3 Prozent der europäischen Firmen.
Über die Untersuchung
Für die Studie hat Towers Watson 131 Personalleiter aus mittleren und großen Unternehmen in Europa und insgesamt 459 Personalleiter weltweit befragt.
Haufe Online Redaktion
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