Wann wird eine Situation zur Belastung?

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Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Psychische Belastungen in der Arbeitswelt

Der Mensch muss sich bewegen, um gesund zu bleiben. Auch geistig. Doch während körperliche Tätigkeiten in der Berufswelt immer mehr nachlassen, nehmen die psychischen Belastungen immer mehr zu. Aber auch wer körperlich arbeitet und robust ist, hält dem permanenten Druck kaum stand, der aus wachsender Arbeitsverdichtung, Termindruck, steigender Flexibilität und Mängeln in der Organisation entsteht. Mehr und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer klagen über Erschöpfung und Ausgebranntsein, Versagensängste, depressive Erscheinungen, Bluthochdruck, Ein- und Durchschlafstörungen sowie Kopf- und Rückenschmerzen. So unscheinbar die Belastungen zunächst erscheinen, so gewaltig können ihre Auswirkungen bei Über- oder Fehlbelastung sein.

Belastung ist eigentlich ein neutraler Begriff. Wer bei der Arbeit körperlich und geistig optimal belastet wird, fühlt sich leistungsfähig und zufrieden. Eine angemessene und interessante Arbeitsaufgabe, die weder unter- noch überfordert, erhöht sogar die Lebenserwartung. Und wer geistig beweglich ist und seine Kreativität fördert, baut gegen Altersdemenz vor.

Doch von solch optimaler Belastung entfernen wir uns immer mehr. Im Jahr 2000 führte das Wissenschaftliche Institut der AOK eine Studie mit über 20.000 Beschäftigten durch. Mehr als 30 % davon fühlten sich bei der Arbeit stark belastet durch die Arbeitsmenge, das Arbeitstempo, die große Genauigkeit und die ständige Aufmerksamkeit. Nur sechs Jahre später ergab eine Umfrage der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) eine deutliche Zunahme der Belastungsangaben: 83 % der befragten Erwerbstätigen berichteten von hoher Komplexität, 68 % von Über- oder Unterforderung und 61 % von hoher Arbeitsintensität. Fast jeder vierte fühlte sich stark beeinträchtigt durch die hohe Fehlermöglichkeit und rund jeder fünfte Befragte durch die Eintönigkeit der Arbeit.







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