Vier von zehn Frührenten psychisch bedingt

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27.07.2010 | Praxis

Psychische Erkrankungen führen zunehmend zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben. Im vergangenen Jahr sind in Baden-Württemberg 6554 Menschen wegen seelischer Krankheiten in Frührente gegangen. Das sind 38 Prozent der Frühverrentungen.

Im Jahr 2007 lag der Anteil noch bei 33 Prozent, berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) in Stuttgart unter Berufung auf Daten der Deutschen Rentenversicherung.

Frauen haben im Beruf viel stärker mit seelischen Problemen zu kämpfen als Männer. Bei ihnen lag der Anteil der Frühverrentungen nach psychischen Erkrankungen im Jahr 2009 bei 44 Prozent, bei den Männern waren es 33 Prozent. Das Durchschnittsalter für den Renteneinstieg lag bei den Frauen bei 49 Jahren, die Männer gingen im Schnitt mit 48 Jahren aufgrund psychischer Probleme in Frührente.

Als Grund sieht Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, den Druck in der Arbeitswelt, der teilweise auch zu starkem Suchtverhalten führt: "Rund zehn Prozent der psychisch bedingten Frührenten werden an Menschen gezahlt, die wegen ihrer Abhängigkeit von Suchtstoffen wie Alkohol, Medikamente und Drogen nicht mehr arbeiten können." Überwiegend seien dies Männer.

Vielen Betroffenen falle es nach langen Klinikaufenthalten aufgrund von psychischen Krankheiten schwer, sich wieder im Alltag, in Beruf und Familie zurecht zu finden. Die TK fordert deshalb eine bessere ambulante Versorgung bei niedergelassenen Ärzten, Ambulanzen von Krankenhäusern oder psychosozialen Beratungsstellen.


Quelledpa



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