



08.03.2010 | Praxis
Ob die Tastatur am Computer oder der Herd in der Küche - jeder Arbeitsplatz muss sauber gemacht werden. Reinigungsarbeiten werden meist an den günstigsten Anbieter vergeben. Das führt immer wieder zu Sparmaßnahmen, unter denen die Beschäftigten leiden. Häufig führen kleine Unternehmen mit maximal zehn Mitarbeitern die Reinigungsarbeiten aus. Nicht immer ist bei ihnen das Wissen um den Arbeitsschutz so ausgeprägt wie bei großen Dienstleistungsbetrieben.
Reinigungskräfte arbeiten oft, wenn andere Beschäftigte nicht da sind. Sie verrichten ihre Aufgaben in der Nacht oder sehr früh am Morgen, oft sind sie an verschiedenen Orten im Einsatz. Sie haben selten Kontakt mit anderen Menschen. Mitarbeiter und Kunden kennen das Reinigungspersonal meist nicht. Die Arbeiten werden von ihnen kaum wahrgenommen, Wertschätzung in den seltensten Fällen weitergegeben. Solche Arbeitsbedingungen belasten das Reinigungspersonal.
Aber auch konkrete Risiken gefährden die Gesundheit. Dazu zählen vor allem Unfälle durch Ausrutschen, Stolpern und Stürzen. Immer wiederkehrende Bewegungen und schwere Lasten beeinflussen den Körper und wirken auf Dauer negativ auf den Muskel- und Skelettapparat. Gefährliche Substanzen in Reinigungsmitteln oder beispielsweise Schimmelpilzen strapazieren die Haut, Schleimhäute und Atmungsorgane. Aber auch Herz- und Gefäßerkrankungen treten häufig in dieser Branche auf.
Wichtig bei einer Gefährdungsbeurteilung ist es, auch die psychosozialen Aspekte zu betrachten wie Stress, Gewalt oder Mobbing.
Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz hat einen Bericht auf Englisch veröffentlicht, der die Bedingungen der Reinigungsbranche darstellt. Er zeigt auch, wie die belastenden Situationen verbessert werden können. Ein zweiseitiges Faktenblatt fasst die wichtigsten Ergebnisse auf Deutsch zusammen.
Hier können Sie das Factsheet 86 "Sicherheit und Gesundheit bei Reinigungsarbeiten" herunterladen.
Haufe Online-Redaktion
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