Christin Rothe
10.01.08, 09:41 Uhr
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Die Arbeit am Computer gehört für ca. 17 Millionen Beschäftigte zur Hauptaufgabe ihres Jobs. Auch hier in der Haufe Arbeitsschutz-Redaktion ist eine andere Arbeitsweise nicht denkbar. Doch auch wenn Bildschirmarbeit so gar nicht nach Gefährdung klingt, können sich ständig wiederholende Bewegungen der Hände und Unterarme und die Zwangshaltung am Computer zu Beschwerden an Schultern, Nacken, Armen und Händen führen. Diese Beschwerden werden unter dem Begriff "RSI" zusammengefasst.
Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit RSI gemacht? Haben Sie oder andere Kolleginnen und Kollegen Beschwerden bei der Arbeit am Computer? Nutzen Sie vielleicht bereits ergonomische Tastaturen oder Computermäuse? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit!
Wir hier in der Redaktion wurden durch die zahlreichen Nachrichten und Informationen zu diesem Thema auf jeden Fall sensibilisiert und wissen jetzt, dass ein Mausarm eben nicht nur niedllich und harmlos klingt, sondern bei Betroffenen bis hin zur Berufsunfähigkeit führen kann.
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Wolfgang Vogel
22.01.08, 12:11 Uhr
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Erfahrungen als Betroffener
Es hat mich positiv überrascht, dass der Haufe-Verlag das Thema RSI zu einem Top-Thema gemacht hat und in seinem Forum eine Plattform zur Diskussion anbietet.
Ich bin seit mehr als acht Jahren durch meine Arbeit an einem ergonomisch katastrophalen Bildschirmarbeitplatz Betroffener und als Folge meiner Erkrankung berufsunfähig geworden. Ich bin gerne bereit, bei entsprechendem Interesse, das Thema aus Sicht eines Betroffenen zu beschreiben und mit anderen zu diskutieren.
Hausarzt und behandelnde Fachärzte sowie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, haben mir schon mehrfach den Vorschlag gemacht, über meine zahlreichen negativen Erlebnisse während der Krankengeschichte ein Buch zu schreiben und damit in die Öffentlichkeit zu gehen. Leider ist mir das wegen meiner Beschwerden nicht möglich. Vielleicht besteht jedoch in diesem Forum die Möglichkeit, einige Punkte zu diskutieren und das Thema RSI in die Schlagzeilen zu bringen.
Es gab für mich viele haarstäubende Erlebnisse mit Ärzten, Gutachtern und der Berufsgenossenschaft, die für einen Außenstehenden unglaublich klingen. Leider sieht die Welt für die anderen RSI-Betroffenen in Deutschland nicht besser aus. Es gibt nur eine kleine Gruppe in Bremen, die sich zu einer RSI-Selbsthilfegruppe zusammengeschlossen hat.
Jeder Betroffene merkt sehr schnell, dass er zum Einzelkämpfer werden muss, da entsprechende qualifizierte Hilfen in Deutschland nicht angeboten werden. Patienten besorgen sich Fachliteratur in den USA oder telefonieren mit Ärzten und Therapeuten des RSI-Zentrums in den Niederlanden. Ich bin selbst in die Niederlande gefahren, um mir über Ursachen und Behandlungsmaßnahmen die notwendigen Informationen zu beschaffen. Mein Physiotherapeut hat sich während einer Weiterbildungsmaßnahme in der Schweiz mit Ärzten und Therapeuten aus Australien über das Thema RSI unterhalten und die Informationen an mich weitergegeben. In Australien ist der Begriff RSI erstmalig verwendet worden. Damals wurde in der USA noch hämisch von der „australischen Krankheit“ gesprochen. Heute sind berufsbedingte Erkrankungen durch repetitive Bewegungen in den USA die häufigste Berufskrankheit (siehe Aussage von Prof. Sorgatz).
Ich möchte einen sehr wichtigen Punkt für eine Diskussion vorschlagen.
RSI ist in Deutschland keine anerkannte Berufskrankheit. Deutschland ist eine RSI-freie Zone.
Leider fällt RSI in Deutschland in den Bereich Sozialpolitik. RSI ist im Gegensatz zu vielen anderen Staaten in Deutschland keine Berufskrankheit. Unter Medizinern und Therapeuten ist der Begriff auch nicht sehr geläufig. Es gibt keine besonders dafür qualifizierte Fachärzte und keine speziellen Therapie-Einrichtungen.
Ich habe vor einigen Jahren Kontakt zu einem niederländischen Ergonomie- und RSI-Experten aufgenommen und ihn auch in den Niederlanden zu einem Beratungsgespräch besucht. Als er meine Krankengeschichte und meine Probleme mit den Sozialversicherungsträgern, Ärzten und Gutachtern hörte, sagte er zu mir: „Ihr in Deutschland seid doch ein „weißer Flecken“ auf der Landkarte!“
Mit einem Biofeedback-Gerät hat er mir auf einem angeschlossenen Bildschirm demonstriert, wie hoch die Belastung bei der Bildschirmarbeit ist. Es wurden unterschiedliche Situationen simuliert und ich konnte am Bildschirm die jeweilige Belastung abgelesen. Die Kurve stieg sehr stark an bei intensiver Mausarbeit und besonders bei den schnellen Doppelklicks mit der Computermaus.
Heute weiß ich, dass er die Situation schon damals richtig erkannt hatte. In den Niederlanden gibt es RSI-Experten, RSI-Behandlungszentren, RSI-Selbsthilfegruppen. Viele Studien und wissenschaftliche Berichte sind in niederländischer Sprache verfasst. Deutsche Beiträge sind nur wenige zu finden. RSI ist in anderen Ländern wie die Niederlande eine Thema, während es in Deutschland besonders von den Berufsgenossenschaften und den Gutachtern der Sozialgerichte schlichtweg ignoriert wird.
Man befürchtet eine Kostenlawine, wenn in Deutschland RSI als Berufkrankheit anerkannt und entsprechend finanziell von den Berufsgenossenschaften entschädigt werden muss.
In Deutschland beschäftigt sich Prof. Dr. Hardo Sorgatz seit rd. 20 Jahren mit dem Thema RSI und hat verschiedene wissenschaftliche Berichte verfasst und auch im Auftrag von Ministerien in den letzten Studien zum Thema Bildschirmarbeit durchgeführt.
Auf der Homepage von RSI-Online von Prof. Dr. Hardo Sorgatz finden Sie folgende Aussagen zum Thema „Anerkennung von RSI als Berufskrankheit“: Seit Ende des Jahres 1998 ist es "amtlich": Auf höchster wissenschaftlicher Ebene wurde befunden, dass berufsbedingte repetitive Bewegungen zu kleinsten Verletzungen in allen mitbewegten Organen führen und eine Vielzahl anderer dysfunktionaler Körperreaktionen verursachen können, die das beteiligte Gewebe langfristig schädigen. Wie aus einem Bericht der U. S. National Academy of Sciences an das amerikanische Parlament hervorgeht, ist der Zusammenhang zwischen Bewegungswiederholungen am Arbeitsplatz und muskuloskeletalen Gesundheitsstörungen als wissenschaftlich bewiesene Tatsache zu begreifen. Nach jahrelangen polemischen Diskussionen, zumeist zu Lasten RSI-Betroffener, ist nun eines klar: Wer grundsätzlich bezweifelt, dass leichte, aber repetitive Arbeit zu Gesundheitsstörungen in den beteiligten Armen oder Beinen führen kann, argumentiert nicht mehr auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnis. RSI und andere durch Bewegungen am Arbeitsplatz verursachte muskuloskeletale Gesundheitsstörungen, seit Jahren die Hauptursache von Arbeitsunfähigkeit in den USA, können verhindert und manchmal geheilt werden. Man muß es nur wollen Quelle: Technische Universität Darmstadt, Institut für Psychologie Leitung: Prof. Dr. Hardo Sorgatz http://www.rsi-online.de/html/forum.html
Zum Thema RSI sagt Prof. Sorgatz weiter: Vermutlich jede vierte Arbeitskraft, die hauptberuflich am Bildschirm arbeitet, entwickelt RSI-Symptome, die durch zig-tausendfache Wiederholung der selben Bewegung langfristig zu einem RSI-Syndrom führen können.
Nun möchte ich die Gegenseite zitieren, nämlich die Berufsgenossenschaft.
Es gibt für keinen Arbeitsplatz so viele Gesetze, Verordnungen, Berichte, Checklisten usw. wie für den Bildschirmarbeitsplatz. Allerdings sind die berufsbedingten Erkrankungen durch Bildschirmarbeit die Berufskrankheit mit der niedrigsten Anerkennungsquote in Deutschland.(Quelle: IG-Metall). Es gibt jährlich nur eine Handvoll Fälle, die zur Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente durch die Berufsgenossenschaften führen (Betrifft die Berufskrankheit BK 2101).
Auch die Berufsgenossenschaft veröffentlicht viele Broschüren und Berichte, die sich mit den Arbeitsbedingen am Bildschirmarbeitsplatz beschäftigen. Es werden eine Vielzahl von Pflichten des Arbeitsgebers und Anforderungen an die Gestaltung eines Bildschirm-Arbeitsplatzes aufgeführt. Der kritische Punkt folgt dann jedoch bei den Aussagen über die Gesundheitsgefahren und deren Ursachen. Diese Punkte sind die wichtigen für den Beschäftigten, der berufsbedingt n seinem Arbeitsplatz erkrankt und hofft, eine Entschädigung in Form einer Berufskrankheiten-Rente zu erhalten.
Wer jetzt meint, er könnte sich auf die Versicherungsleisten der gesetzlichen Unfallversicherung verlassen , der ist verlassen. Das kann ich aus eigener Erfahrung leider nur bestätigen.
Unter dem Punkt körperliche Belastungen (BGI 650, Seite 13,14) finden sich folgende Grundsatzaussagen der VBG:
Grundsätzlich werden Bildschirmarbeitsplätze als belastungsarme Arbeitsplätze eingestuft. Chronische Erkrankungen des .... spielen jedoch im Hinblick auf das Berufskrankheitengeschehen keine Rolle. Berufskrankheiten sind in diesem Zusammenhang nicht bekannt. Eine Ursache für die Ausbildung von Beschwerden sind Trainings- u. Bewegungsmängel der Beschäftigten. An Bildschirmarbeitsplätzen sind nachgewiesene Risikofaktoren .. psychosoziale Belastungen, fehlende Arbeitszufriedenheit, monotone Arbeitsabläufe, ergonomische Arbeitsplatzdefizite sowie außerberufliche Faktoren. Quelle: BGI 650 – Leitfaden „Bildschirm- und Büroarbeitsplätze“ von der VBG (105 Seiten)
Diesen Aussagen, die nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr haltbar sind (siehe Aussagen auf der Homepage von Prof. Sorgatz), schließen sich dann leider auch die Gutachter und die Sozialgerichte in einem Gerichtsverfahren an.
Eine positive Ausnahme bildet nur das Urteil des VG Göttingen v. 22.08.2006. Die Richter haben bei der Betroffenen eine Berufskrankheit durch Bildschirmarbeit anerkannt und in der Begründung auch sehr ausführlich auf die Belastungen durch intensive Mausarbeit hingewiesen.
Diese richterliche Begründung steht im krassen Widerspruch zu den Aussagen der VBG.
Eine andere RSI-Betroffene, die in einer Fernsehsendung des WDR zusammen mit Prof. Sorgatz und einem niederländischen RSI-Spezialisten vorgestellt und befragt wurde, musste sich anschließend Vorwürfe vom behandelnden Arzt im Krankenhaus anhören. Man sagte zu Ihr: „Wollen Sie jetzt etwa Filmschauspielerin werden?“ Ich habe mir von der Sendung vom WDR eine Videoaufzeichnung erstellen lassen und diese mit den Ärzten während meiner medizinischen Reha-Behandlung diskutiert. Stationsarzt und die Mitarbeiter der Ergotherapie-Abteilung haben sich für das Thema interessiert und sich das Video von mir ausgeliehen und angesehen. Die Oberärztin hat später dann vor allen anwesenden Ärzten während einer Besprechung das Thema abgeblockt mit der Bemerkung: „Da hatten die im Fernsehen wohl gerade mal wieder eine „saure-Gurken-Zeit“. Bei einer solchen Aussage von einer qualifizierten Oberärztin in einer Reha-Einrichtung fällt einem als Patienten dann nicht mehr viel ein. Das ist einfach nur unverschämt.
Ich konnte mehrmals erleben, dass bestimmte Ärzte ihr fehlendes Fachwissen durch Ignoranz und Arroganz ersetzen.
RSI erinnert mich an die ersten Diskussionen über BSE. Bei dem ersten BSE-Fall handelte es sich noch um eine rein „englische Krankheit“. So etwas wäre in Deutschland gar nicht möglich! Bei uns gibt es nur „glückliche“ Kühe, da gibt es doch kein BSE! Ein englischer Minister biss vor laufender Kamera in einen Hamburger, um persönlich zu beweisen, wie ungefährlich BSE für den Menschen ist. Anschließend wurde jeder BSE-Fall in Deutschland einzeln gezählt und fortlaufend in den Medien dokumentiert, bis die Fälle nicht mehr zählbar waren. Der weitere Verlauf. ist allgemein bekannt. Es sind gewisse Parallelen zum RSI-Problem zu erkennen. Einige kritische Wissenschaftler, die schon zeitig auf die BSE-Problematik hingewiesen haben, verloren damals ihren Job.
Auch das RSI-Problem wird in Deutschland von den verantwortlichen Stellen immer noch totgeschwiegen
In Deutschland gehen die Uhren eben anders als in vielen anderen Industriestaaten. Bei uns ist die Erde weiter eine Scheibe und die Sonne dreht sich um die Erde.
Bei Fragen helfe ich gerne aus Sicht eines Betroffenen weiter, und ich würde mich freuen, wenn sich zu diesem Thema eine lebhafte Diskussion entwickeln würde.
Einigen Themenvorschläge zur Anregung einer Diskussion:
Anerkennung von RSI als Berufskrankheit in Deutschland Entsprechen die Bildschirmarbeitsplätze in Deutschland wirklich den gesetzlichen Anforderungen? Wie sieht die Praxis wirklich aus? – Beispiel: Jährlich Umfrage der Deutschen Büromöbelindustrie Sind stundenlange Computerarbeit und intensive Mausklickerei eine harmlose und damit völlig ungefährliche Tätigkeit, wie die Berufsgenossenschaft es behauptet? Tipps zur Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz ergonomische Tastatur und ergonomische Maus Pausenregelung und Mischarbeit. Wie sieht die Praxis aus? Präventionsmaßnahmen: Was kann jeder vorab tun, um RSI zu vermeiden? Tipps für bereits Betroffene: Wie gehe ich mit RSI um? Erfahrungen mit Ärzten, Gutachtern und der Berufsgenossenschaft aus Sicht der Betroffenen. Behandlungsmöglichkeiten und Therapien in Deutschland (Ich habe eine Vielzahl von Behandlung hinter mir von A wie Akupunktur bis Z wie Zinkverband).
Deutschland sollte nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag eine RSI-freie Zone bleiben! Wir müssen uns auch in Deutschland den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen anschließen, auch wenn es sich nicht um deutsche Studien und deutsche Wissenschaftler und Ärzte handelt!
Ein wichtiger Spruch zum Thema: „Der Mensch ist das wichtigste und kostbarste Peripheriegerät an einem Bildschirmarbeitsplatz!“
Dazu passt auch die Aussage von Prof. Gerd Schnack (Chirurg und Sportmediziner) in seinem Buch „Fit in 7 x 7 Sekunden“: Hände und Arme werden zu verlängerten Hebeln der Maschine missbraucht und kleine Muskelgruppen einseitig überbelastet, obwohl sie für diese Tätigkeit im Grunde gar nicht vorgesehen sind.
Prof. Schnack hat auch ein spezielles Buch zur Arbeit am Computer geschrieben: „Am Computer gesund und fit“.
Ich habe vor einigen Jahren Herrn Prof. Schnack in Hamburg besucht und mit ihm über meine Beschwerden und Ursachen diskutiert. Er hat mich sehr eingehend und zeitaufwendig untersucht und anschließend ein spezielles Übungsprogramm zusammengestellt, das ich seit Jahren zu Hause in Eigenregie durchführe. Die Kosten für die Untersuchung und die Fahrtkosten nach Hamburg hat die Krankenkasse nicht übernommen.
Wolfgang Vogel
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Christin Rothe
01.02.08, 09:27 Uhr
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Sehr geehrter Herr Vogel,
vielen Dank für Ihren ausführlichen Beitrag und Ihre leider doch sehr ernüchternden Erfahrungen, die Sie mit Ärzten und Behörden in den letzten Jahren gemacht haben. Die Tatsache, dass RSI in anderen Ländern bereits als Berufskrankheit anerkannt wird und Betroffene somit eine viel größere Lobby haben, ist schon interessant. Ich kann Sie und andere Betroffene nur dazu animieren, dieses Thema weiter in der Öffentlichkeit anzusprechen. Denn noch wissen die meisten wahrscheinlich noch viel zu wenig über Ursachen und Auswirkungen von RSI. Wir hoffen, dass dieses Forum einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, das Deutschland keine "RSI-freie-Zone" bleibt.
Viele Grüße Christin Bürgermeister
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Michael S.
08.04.08, 00:37 Uhr
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Guten Tag Herr Vogel,
danke auch von mir für Ihren ausführlichen Beitrag. Die Fragen "Wer kann mir helfen?" und anschließend "Was genau habe ich?" (RSI ist ein Sammelbegriff) und "Was ist die beste Therapie dagegen?" sind sicherlich die häufigsten Fragen von Betroffenen. Ich bin bisher leider auch nur auf inkompetente oder pseudo-kompetente "Fachleute" gestoßen.
Ich würde auch gern in die Niederlande fahren und habe deshalb folgende Fragen an Sie:
- Bei welchem Zentrum in den Niederlanden waren Sie und was kostet die Behandlung dort? - Wird dort Deutsch oder Englisch gesprochen? - Praktiziert Prof. Dr. Schnack noch? Ich habe ihn in den Gelben Seiten nicht gefunden, Prof. Sorgatz scheint sich nicht mehr so mit RSI zu beschäftigen, zumindest reagiert dort niemand mehr auf Anfragen.
Ich würde mich freuen, bald von Ihnen zu hören.
Michael S.
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Michael S.
14.04.08, 20:10 Uhr
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Die Zeitschrift c't hat eine Umfrage unter ihren Lesern gemacht, um zu erfahren, welche alternativen Eingabegeräte (als Mausersatz) die beste Linderung gebracht haben. Der Artikel kann elektronisch unter www.heise.de/kiosk/archiv/ct/08/04/118_Wenn_Maeuse_weh_tun bezogen werden. Eine unvollständige Leseprobe befindet sich hier: www.heise.de/ct/08/04/118/
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Wolfgang Vogel
16.04.08, 12:13 Uhr
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Sehr geehrter Michael S.
Ich möchte hiermit Ihre Frage zu dem Therapie-Zentrum in den Niederlanden beantworten.
Es ist leider so, dass viele RSI-Patienten sich die notwendigen Informationen zu RSI in unserem Nachbarland, den Niederlanden, holen müssen, da es in Deutschland keine Spezialisten für eine RSI-Behandlung gibt.
Ich habe vor Jahren privaten Kontakt zu einem RSI-Spezialisten in den Niederlanden aufgenommen, der als Physiotherapeut auch Kenntnisse über die Behandlungsmethoden in den Niederlanden hat u.a. auch über die Behandlungsmethoden bei Philips in Eindhoven.
Er hat mir auch Informationen in niederländisch besorgt über ein RSI-Therapie-Zentrum.
Von anderen Betroffenen weiß ich, dass sie telefonisch Kontakt zu Philips und zur Universität in Amsterdam aufgenommen haben, um sich dort die notwendigen Informationen zu RSI zu beschaffen.
Ich selber bin nicht in den Niederlanden behandelt worden. Obwohl mein Hausarzt und die Fachärzte mich unterstützt haben und mir geraten haben, mich von einem RSI-Spezialisten in den Niederlanden behandeln zu lassen, wurde daraus nichts.
Der Grund war, dass die Krankenkasse die Kostenübernahmen für eine Behandlung in den Niederlanden abgelehnt hat.
In Deutschland gibt es keine RSI-Therapien, aber in unserem Nachbarland, das über die notwendigen Spezialisten und Therapiemöglichkeiten verfügt, darf man sich nicht behandeln lassen.
Es ist schon erschreckend, welche Erfahrungen man als Betroffener mit unserem Sozialsystem macht. Für eine Krankheit, die in Deutschland nicht existiert bzw. die totgeschwiegen wird, benötigt man natürlich auch hier keine Behandlungs-Möglichkeiten.
Hier passt wieder der Spruch des niederländischen RSI-Spezialisten: „Ihr in Deutschland seid doch ein weißer Flecken auf der Landkarte!“
Einige Stichworte zu dem RSI-Zentrum in den Niederlanden: Da die mir vorliegende Broschüre in niederländisch ist und schon einige Jahre alt ist, würde ich Ihnen raten, sich direkt mit dem Zentrum in Verbindung zu setzen.
Die Broschüre beschreibt die verschiedenen Krankheitsstufen und das jeweilige Behandlungs-Programm, das multidisziplinär aufgebaut ist und sich je nach Krankheitsstadium auch unterscheidet.
Centrum voor RSI-interventie Autor: Dr. R.A.J. Warringa, Arts Adresse: Postbus 93, 5690 AB Son Telefon 06 20254515 E-Mail r.warringa@12move.nl
Viel Erfolg bei der Suche und schöne Grüße
Wolfgang Vogel
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Wolfgang Vogel
28.04.08, 18:46 Uhr
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Aktuelle Infos im Internet zum Thema RSI, Mausarm und Karpaltunnelsyndrom
Auf der Internet-Seite www.meine-gesundheit.de sehen zwei aktuelle ärztliche Berichte vom 18.04.2008 zu den Themen RSI-Syndrom-Mausarm (http://www.meine-gesundheit.de/1277.0.html) sowie Karpaltunnelsyndrom (http://www.meine-gesundheit.de/1276.0.html).
Die Ärztin, Frau Anja Braunwarth, beschreibt die Krankheitsbilder, Ursachen, Symptome sowie die möglichen medizinische Maßnahmen.
Am wichtigsten für alle Betroffenen sind die notwendigen Maßnahmen am Bildschirmarbeitsplatz, die unter dem Punkt „Was Sie tun können“ zusammengefasst sind.
Als Betroffener kann ich nur bestätigen, dass die aufgeführten Maßnahmen beim ersten Auftreten von RSI-Symptomen zwingend erforderlich sind, um einen chronischen Verlauf des RSI-Syndroms zu verhindern.
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Clemens Conrad
03.01.09, 18:54 Uhr
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Seit über zweieinhalb Jahren bin ich leider ebenfalls sehr stark vom RSI-Syndrom betroffen und habe dementsprechend schon fast alles ausprobieren, was es auf dem Markt gibt. In der Zeit musste ich leidvoll erfahren, dass deutsche Ärzte mit dieser Problematik nur sehr selten vertraut sind. Selbst wenn das Wissen vorhanden ist, sind aufgrund der Komplexität des RSI-Syndroms die notwendigen Hinweise in der kurzen Behandlungszeit einer regulären "Kassenbehandlung" unmöglich ausreichend zu vermitteln.
Da es mir inzwischen glücklicherweise wieder deutlich besser geht, versuche ich nun aktiv daran mitzuwirken, Informationen über das RSI-Syndrom zu verbreiten. So habe ich alle meine Erfahrungen (auch mit Ärzten) veröffentlicht, in der Hoffnung, anderen (chronisch) Betroffenen helfen zu können (und vielleicht auch noch den einen oder anderen im Vorfeld davon zu überzeugen, wie wichtig eine ergonomische Körperhaltung, vernünftiges Arbeitsgerät und regelmäßige kurze Pausen sind...). Erreichen können Sie die Seite unter: http://www.repetitive-strain-injury.de
Da sich RSI-Probleme zwar ähneln, aber meist in leicht unterschiedlichen Ausprägungen auftreten, möchte ich möglichst viele weitere Erfahrungsberichte sammeln und zentral veröffentlichen. Ich freue mich über jede Zusendung! Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier: http://www.repetitive-strain-injury.de/weitere-erfahrungsberichte.php
Mit freundlichen Grüßen Clemens Conrad
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Clemens Conrad
15.08.09, 09:49 Uhr
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Hallo zusammen, seitdem die Website über das RSI-Syndrom (http://www.repetitive-strain-injury.de) seit Herbst letzten Jahres online ist, wurde ich regelmäßig gefragt, ob es entsprechende Informationen nicht auch in Form eines deutschsprachiges Buches gäbe. Da ich dies leider immer verneinen musste, habe ich vor ein paar Monaten angefangen, die gesammelten Tipps von der Website in ein Buchlayout umzuwandeln. Herausgekommen sind dabei 121 Seiten mit Informationen zum RSI-Syndrom. Statt des gewöhnlichen Softcovers habe ich mich für eine Spiralbindung entschieden, so dass insbesondere stark Betroffenen ein entspanntes Lesen und gleichzeitig auch das Nachvollziehen der bebilderten Übungen unabhängig vom Computer ermöglicht wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Buch bei der Rücksprache mit Ärzten und Physiotherapeuten (welche der beschriebenen Übungen sind für die individuellen Beschwerden am sinnvollsten...) deutlich seriöser als eine selbst ausgedruckte Loseblattsammlung wirkt.
Mit Hilfe der ISBN-Nummer (978-3-86582-914-6) ist es über jede Buchhandlung zu bekommen oder natürlich auch über Amazon: http://www.amazon.de/dp/3865829147/
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Frank Eberius
14.10.09, 15:17 Uhr
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gerade habe ich dieses newsletter bekommen. Wenn es solche Tagungen in Deutschland gibt, können sich die Berufsgenossenschaften sicher nicht mehr ewig gegen das Vorhandensein von Belastungen und Gefährdungen an Bildschirm-Arbeitsplätzen sträuben.
Pressemitteilung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
52/09 vom 14. Oktober 2009
Mausarm, Reisemedizin und Fehlzeitenanalyse beschäftigen Tagung "fit 4 Job 2009"
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Arbeitsmedizinische Fortbildungstagung "Ruhr" 2009 in Dortmund
Erkrankungen des Schultergürtels und der oberen Extremitäten bilden den Schwerpunkt der vierten arbeitsmedizinischen Fortbildungstagung "Ruhr", die unter dem Titel "fit 4 Job 2009" am 31. Oktober 2009 in Dortmund stattfindet. Mit Unterstützung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) richtet der Arbeitsmedizinische Qualitätszirkel Dortmund e.V. (AQUADO) die Fortbildungsveranstaltung in der DASA aus. Die Fachinformations- und Fortbildungsveranstaltung richtet sich insbesondere an Arbeitsmediziner, Werks- und Betriebsärzte.
Schmerzen an Händen, Armen, Schultern und Nacken sind Gesundheitsbeschwerden, die häufig im Zusammenhang mit der der Arbeit auftreten. Für eines der Syndrome hat sich inzwischen beispielsweise - analog zum Tennisarm - der "Mausarm" als Bezeichnung für dieses spezielle Beschwerdebild eingebürgert. Bei der letzten Beschäftigtenbefragung der BAuA gaben mehr als 40 Prozent der Befragten an, innerhalb der letzten zwölf Monate nach der Arbeit Schmerzen im Hand-Arm-Schulter-Bereich gehabt zu haben. Die "fit 4 Job 2009" beleuchtet diese orthopädische Problemzone aus dem Blickwinkel der Arbeitsmedizin. Das gesamte Programm der vierten arbeitsmedizinischen Fortbildungstagung "Ruhr" ist im Bereich Veranstaltungen auf der BAuA-Homepage www.baua.de oder unter www.aquado-ev.de im Internet zu finden. Hier ist auch eine Online-Anmeldung möglich.
Weitere Informationen, Programme und Anmeldungen beim Orga-Team:
Dr. med. Josef Pohlplatz Freiherr-vom-Stein-Straße 6 D-59387 Ascheberg Telefon: +49 (0)2599-1777 Mobil: +49 (0)172-274 3113 Fax: +49 (0)6224-59 44 221 E-Mail: josef.pohlplatz@t-online.de
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