Nanopartikel und Stäube erzeugen Krebs

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29.05.2008 | Praxis

Wann verursachen Staubpartikel Krebs? Bis zu welcher Dosis sind sie ungefährlich? Um dies zu erforschen wurden unterschiedliche Stäube – darunter auch Toner – ausgewählt und an Ratten untersucht. Ziel war es auch herauszufinden, ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind. Und das fanden die Forscher im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) heraus: Alle Stäube, für die ursprünglich keine spezifische Toxizität nachgewiesen war, erzeugten Lungentumoren – dosisabhängig und viel häufiger als erwartet. Und vieles spricht dafür, dass auch wir Menschen mit Tumoren reagieren.

Untersucht wurden insgesamt 19 Stäube, unterschiedlich in der chemischen Zusammensetzung, Materialdichte, spezifischen Oberfläche und der mittleren Partikelgröße. Von drei Stäuben, wie etwa Quarz, war bekannt, dass sie toxisch sind. Andere erwiesen sich erst im Verlauf als giftig. Für die Studie wurden die Stäube in die Gruppe der klein-feinen (mittlerer Durchmesser 0,09 - 0,2 µm) und der groß-feinen Feinstäube (mittlerer Durchmesser 1,8 - 4 µm) sowie der Ultrafeinstäube bzw. Nanopartikel (mittlerer Durchmesser 0,01 - 0,03 µm) eingeteilt. Es konnte nachgewiesen werden, dass das Volumen in Verbindung mit dem Partikeldurchmesser der geeignetste Dosismaßstab für die Kanzerogenität ist. Die Ultrafeinstäube wirkten ungefähr doppelt so stark wie die klein-feinen und fünf bis sechsmal stärker als die groß-feinen Feinstäube. Der Tonerstaub in der Versuchsreihe war den groß-feinen Feinstäuben zugeordnet worden.

Bei den Versuchen wurden Staubpartikel in der Luftröhre von Ratten installiert. Dies führte zu staubbedingten Lungentumoren. Die Wissenschaftler fanden viele Argumente, die dafür sprechen, dass dieser krebserzeugende Mechanismus auch beim Menschen existiert. Die Grenze für ein "eindeutig" erhöhtes Risiko liegt allerdings bei den bisherigen Untersuchungen sehr hoch – bei Ratte und Mensch.

Den vollständigen, hochwissenschaftlichen Bericht „Untersuchungen zur krebserzeugenden Wirkung von Nanopartikeln und anderen Stäuben“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) können Sie hier herunterladen: http://www.baua.de/nn_11598/de/Publikationen/Fachbeitraege/F2083,xv=vt.pdf

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